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	<title>ronniegrob.com &#187; Gesellschaft</title>
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	<description>Das private Weblog von Ronnie Grob</description>
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		<title>Lieber Freunde statt Konsum</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Dec 2011 12:19:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am 22. Dezember 2011 war das die Titelseite der Gratiszeitung "Blick am Abend":



Ja, denkt man sich. Stimmt schon. Lieber Freunde statt Konsum.

Aber dann schaut man sich das Bild nochmals an. Lieber Freunde? Statt Konsum? Wie jetzt, die Weinflasche ist aus dem eigenen Weinberg? Die Mützen wurden nicht gekauft, sondern selbst gemacht? Und um das ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 22. Dezember 2011 war das die Titelseite der Gratiszeitung &#8220;Blick am Abend&#8221;:</p>
<p><img src="http://blog.ronniegrob.com/wp-content/uploads/Blick-am-Abend-Titelseite.jpg" alt="Blick am Abend Titelseite" title="Blick am Abend Titelseite" width="500" height="649" class="alignnone size-full wp-image-6949" /></p>
<p>Ja, denkt man sich. Stimmt schon. Lieber Freunde statt Konsum.</p>
<p>Aber dann schaut man sich das Bild nochmals an. Lieber Freunde? Statt Konsum? Wie jetzt, die Weinflasche ist aus dem eigenen Weinberg? Die Mützen wurden nicht gekauft, sondern selbst gemacht? Und um das Wasser im Winter aufzuheizen, wurde Holz verbrannt, aus dem eigenen Wald? Und wo sind die Bikinis her und die Gläser?</p>
<p><span id="more-6461"></span><img src="http://blog.ronniegrob.com/wp-content/uploads/Umfrage-zur-Zukunft-von-Schweizern-2011.jpg" alt="Umfrage zur Zukunft von Schweizern 2011" title="Umfrage zur Zukunft von Schweizern 2011" width="250" height="349" class="alignleft size-full wp-image-6958" /> Die &#8220;Studie 2012&#8243;, die auf den Seiten 2 und 3 dann unter dem vielsagenden Titel &#8220;Das Glück gibt es nicht bei Gucci&#8221; ausgebreitet wird, stammt von Parship.ch &#8211; eine Partnersuchwebsite und gleichzeitig ein guter Zeitungswerbekunde. Die Studie ist repräsentativ, steht da, befragt wurden &#8220;1009 Personen im Alter zwischen 18 und 69 Jahren in der deutschen und französischen Schweiz&#8221;. Die Befragten gehen sehr optimistisch in die Zukunft, lediglich 8.7 Prozent sind &#8220;eher verunsichert&#8221;.</p>
<p>Anders sieht es aus, wenn man sich in der Wirtschaft umhört. Von 45 <a href="http://www.sonntagszeitung.ch/wirtschaft/artikel-detailseite/?newsid=201530">von der &#8220;Sonntagszeitung&#8221;</a> befragten Managern schätzten 88 Prozent die Konjunkturaussichten für die hiesige Volkswirtschaft negativ ein. Das eine hat mit dem anderen nur sehr bedingt etwas zu tun, aber die Diskrepanz ist beachtlich.</p>
<p>Wir haben uns alle so an unsere Luxusleben gewöhnt, dass wir uns nichts mehr anderes vorstellen können. Die Generationen, die noch Krieg und Hunger erlebt haben, sind am aussterben, fast alle anderen haben nur immer wachsenden Wohlstand erlebt. Und wenn mal gar nichts mehr klappte, dann half der Sozialstaat aus. Gerade meine Generation wuchs weitgehend anstrengungslos auf. <a href="http://thechive.com/2011/08/29/20-first-world-problems-20-photos/">First</a> <a href="http://whitewhine.com/">World</a> <a href="http://therealfirstworldproblems.tumblr.com/">Problems</a>, wohin man blickt.</p>
<p>Die nächsten Jahre könnten dieser Zeit ein Ende bereiten. Die Bewahrung des Luxus für alle hat nämlich viel gekostet, viel mehr, als wir, die westliche Welt, uns hätten leisten können. 2011 hat gezeigt, dass tatsächlich irgendwann eine Obergrenze kommt, in der das immer noch mehr Schulden machen Konsequenzen hat: Höhere Zinsen, ein Ausfall der regulären Käufer von Staatsanleihen, ein Einbruch bei den Ratings. Gelernt daraus haben die Staaten bisher nicht viel. Sie machen weiter neue Schulden, und wenn es niemanden mehr gibt, der aushelfen könnte, dann kommt die Europäische Zentralbank mit ein paar Milliarden daher und springt ein &#8211; von den Folgen für die Zukunft, die so ein Vorgehen haben wird, will niemand etwas wissen. Die <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,805866,00.html">Sehnsucht nach einem Ende der Krise</a>, die gar noch nicht richtig begonnen hat, ist zwar überall zu spüren, wohl aber bedeutungslos.</p>
<p>Was uns 2012 zeigen wird, wissen wir nicht. Gespart wird jetzt schon nicht wohlüberlegt, sondern punktuell und überhastet, das wird sich in Zukunft kaum ändern. Wie man es dreht und wendet: Sparen schmerzt, schmerzt sehr. <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2011/12/spanien-schafft-das-wissenschaftsministerium-ab.php">In Spanien</a> geht zum Beispiel das bisherige Wissenschaftsministerium auf in einem Ministerium für Wirtschaft und Wettbewerb. In Griechenland passiert viel, selbst wenn die Medien derzeit kaum darüber berichten, die angekündigten Neuwahlen wurden auf <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,806012,00.html">irgendwann im April</a> verschoben. Auch wenn es niemand hören will: Sparen, also das Zurückfahren, das Streichen von direkten und indirekten staatlichen Leistungen, ist die einzige Lösung aus der Misere. Je länger wir abwarten mit den Reformen, desto schmerzlicher werden sie. Es ist wie beim Zahnschmerz &#8211; meistens geht er nicht einfach wieder weg.</p>
<p>So notwendig Sparen ist, so unpopulär ist es. Welcher Politiker wird sich schon auf einem Plakat mit dem Spruch &#8220;Für ein gesundes Budget streiche ich Zahlungen, von denen Du bisher profitiert hast&#8221; sehen lassen? Gewählt, das haben die letzten Jahre gezeigt, werden eher jene, die mit grossen Versprechungen ankommen &#8211; ob sie sie halten wollen oder können, ist nicht immer klar. Die letzten Jahrzehnte verantwortungsvoll Schulden abgebaut haben nur die wenigsten Regierungen.</p>
<p>Ein Blick auf die anderen auf der Titelseite des &#8220;Blick am Abend&#8221; angepriesenen Themen: Eine Teilnehmerin des Dschungelcamps, ein Film am Fernsehen, ein Kuss zweier Soldatinnen, &#8220;Kuh-Aktien&#8221;, das Wetter und eine Werbung für ein Skigebiet.</p>
<p>Nein, <a href="http://www.myvideo.ch/watch/8034665">WIR machen uns keine Sorgen</a>.</p>
<p><object style='width:470px;height:285px;' width='470' height='285'><embed src='http://www.myvideo.ch/movie/8034665' width='470' height='285' type='application/x-shockwave-flash' allowscriptaccess='always' allowfullscreen='true'></embed><param name='movie' value='http://www.myvideo.ch/movie/8034665'></param><param name='AllowFullscreen' value='true'></param><param name='AllowScriptAccess' value='always'></param></object></p>
<p>Siehe dazu auch: <a href="http://blog.ronniegrob.com/2011/06/05/crash-coming/">&#8220;Crash Coming&#8221;</a> (5. Juni 2011)</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Spaltung im Zuccotti Park</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Nov 2011 17:46:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wir sind 99 Prozent - aber so richtig gleich irgendwie doch nicht. Hätte es sonst im Zuccotti Park eine Spaltung gegeben zwischen den Elitisten mit den Macbooks Uptown und den Armen mit den Trommeln Downtown?



Samantha Bee berichtet über die Revolutionäre, die sich in der Eingangshalle der Deutschen Bank beraten:

The Daily Show with Jon StewartGet ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir sind 99 Prozent &#8211; aber so richtig gleich irgendwie doch nicht. Hätte es sonst im <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Zuccotti_Park#Occupy_Wall_Street">Zuccotti Park</a> eine Spaltung gegeben zwischen den Elitisten mit den Macbooks Uptown und den Armen mit den Trommeln Downtown?</p>
<p><img src="http://blog.ronniegrob.com/wp-content/uploads/Zuccotti-Park.jpg" alt="Zuccotti Park" title="Zuccotti Park" width="500" height="229" class="alignnone size-full wp-image-6877" /></p>
<p><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Samantha_Bee">Samantha Bee</a> berichtet über die Revolutionäre, die sich in der Eingangshalle der Deutschen Bank beraten:</p>
<div style="background-color:#000000;width:520px;">
<div style="padding:4px;"><embed src="http://media.mtvnservices.com/mgid:cms:video:thedailyshow.com:402475" width="512" height="288" type="application/x-shockwave-flash" allowFullScreen="true" allowScriptAccess="always" base="." flashVars=""></embed>
<p style="text-align:left;background-color:#FFFFFF;padding:4px;margin-top:4px;margin-bottom:0px;font-family:Arial, Helvetica, sans-serif;font-size:12px;"><b><a href="http://www.thedailyshow.com/watch/wed-november-16-2011/occupy-wall-street-divided">The Daily Show with Jon Stewart</a></b><br/>Get More: <a href='http://www.thedailyshow.com/full-episodes/'>Daily Show Full Episodes</a>,<a href='http://www.indecisionforever.com/'>Political Humor &#038; Satire Blog</a>,<a href='http://www.facebook.com/thedailyshow'>The Daily Show on Facebook</a></p>
</div>
</div>
<p></p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>Interview mit Frau Freitag</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Mar 2011 17:53:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Unter dem Namen Frau Freitag schreibt eine Gesamtschullehrerin eines der unterhaltsamsten deutschsprachigen Blogs. Nun sind die Blogeinträge auf fraufreitag.wordpress.com auch als Buch erschienen.

Warum ich das, was Frau Freitag macht, bemerkenswert finde, habe ich vor einem Jahr schon mal aufgeschrieben. Weil ich wissen wollte, wer sich hinter der Figur verbirgt, fragte ich Frau Freitag, ob ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unter dem Namen Frau Freitag schreibt eine Gesamtschullehrerin eines der unterhaltsamsten deutschsprachigen Blogs. Nun sind die Blogeinträge auf <a href="http://fraufreitag.wordpress.com/">fraufreitag.wordpress.com</a> auch als Buch erschienen.</strong></p>
<p>Warum ich das, was Frau Freitag macht, bemerkenswert finde, <a href="http://blog.ronniegrob.com/2010/05/24/arschlochkind-ein-jahr-frau-freitag/">habe ich vor einem Jahr schon mal aufgeschrieben</a>. Weil ich wissen wollte, wer sich hinter der Figur verbirgt, fragte ich Frau Freitag, ob ich ihr ein paar Fragen stellen darf. Ich durfte.</p>
<p><center>* * *</center></p>
<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3548373992/ref=as_li_qf_sp_asin_il_tl?ie=UTF8&#038;tag=ronniegrobcom-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3548373992"><img src="http://blog.ronniegrob.com/wp-content/uploads/Frau-Freitag-189x300.jpg" alt="Frau Freitag" title="Frau Freitag" width="189" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-5988" /></a><em>Was war der Auslöser, um das Weblog zu starten?</em><br />
Als ich nach Lehrerblogs suchte, habe ich nur sehr didaktisch angelegte gefunden. Mein Freund hat mir die Seite dann bei wordpress.com eingerichtet. Ein Jahr lang blieb diese unbenutzt. Irgendwann sagte ein Lehrerfreund: “Fang mal an, sonst wird das zur Lebenslüge.” Geschrieben hab ich schon früher.</p>
<p><em>Warum der Name &#8220;Frau Freitag&#8221;?</em><br />
Weil Freitag so ein schöner Tag ist. Mit dem Freitag beginnt das Wochenende. Ursprünglich wollte ich einen lehrertypischen Doppelnamen verwenden, letztendlich ist es aber bei Frau Freitag geblieben.</p>
<p><em>Warum bloggst Du nicht mit Deinem richtigen Namen?</em><br />
 Es weiß nur ein kleiner Kreis von Leuten, dass ich dieses Weblog schreibe. Weil ich nicht will, dass meine Schule da schlecht dabei weg kommt. Und es würde mich hemmen, wenn ich wüsste, dass meine Kollegen wissen, was ich blogge.</p>
<p><em>Wissen Deine Schüler, dass Du Frau Freitag bist?</em><br />
Nein, natürlich nicht. Das wäre ja jeden Tag eine Debatte.</p>
<p><span id="more-5983"></span><em>Doch Deine Schüler sind befreundet mit Dir auf Facebook. Wie geht das zusammen?</em><br />
Auf Facebook habe ich eine Lehrerexistenz eingerichtet, weil ich vermehrt Freundschaftsanfragen von meinen Schülern erhalten habe. Ich bin dort mit meinem Nachnamen angemeldet, als “Frau xxx”.</p>
<p><em>Wie viel Zeit wendest Du für das Weblog auf?</em><br />
Etwa 30 bis 60 Minuten pro Tag. Ausser in den Ferien und am Wochenende schreibe ich ja jeden Tag einen Blogbeitrag. Viele Beiträge sind direkt nach der Schule entstanden, zuhause am Schreibtisch. Dieses spontane Bloggen von frischen Erlebnissen wirkte auf mich oft reinigend.</p>
<p><strong><big>«Sie sind ja gerne an der Schule, sie gehen nur nicht gerne in den Unterricht.»</big></strong></p>
<p><em>Was sind die grössten Probleme, mit denen Du an der Schule konfrontiert bist?</em><br />
1. Es sind zu viele Schüler in den Lerngruppen. Alles, was über 15 Leute geht, ist zu viel. Meistens sind es 25 oder mehr.<br />
2. Die Zusammensetzung der Schüler an der Schule: Es gibt zu wenige Schüler, die an Leistungen, an einem guten Schulabschluss interessiert sind. Wenn es in den Klassen cool ist, nicht zu lernen, dann ist es schwierig, die Schüler zum Arbeiten zu bewegen.<br />
3. Ich habe zu wenig Zeit für die Schüler. Es sollte weniger Unterrichtsverpflichtung geben. Statt 26 Pflichtstunden würde es besser nur 20 geben. Den Rest sollten die Lehrer mit den Schülern verbringen.</p>
<p><img src="http://blog.ronniegrob.com/wp-content/uploads/1-Jahr-Frau-Freitag-500x128.png" alt="Frau Freitag" title="Frau Freitag" width="500" height="128" class="aligncenter size-large wp-image-4551" /></p>
<p><em>Was sind die grössten Probleme Deiner Schüler und Schülerinnen?</em><br />
Sie tun zu wenig. Sie fehlen zu viel. Sie nehmen Angebote und Hilfsmöglichkeiten oft nicht wahr. Sie haben Angst vor der eigenen Zukunft, vor dem selbständig werden. Es gibt zu wenige positive Vorbilder in ihrem Umfeld. Besonders oft versäumt wird die erste Stunde am Morgen (was nicht immer die Schuld der Schüler ist).</p>
<p>Wenn es nach denen geht, könnten sie ihr Leben lang an der Schule verbringen. Da ist es warm, da haben sie ihre Freunde, da wird für sie gesorgt, da ist etwas los. Sie sind ja gerne an der Schule, sie gehen nur nicht gerne in den Unterricht. Sie bleiben dann an der Schule und stehen im Hof rum. Eine Freundin von mir sagt immer: “Die Schule ist für sie ein gemütlicher, warmer Pantoffel.”</p>
<p><em>Wie ist die Rolle der Eltern?</em><br />
Die sind bemüht, wollen helfen, verstehen aber das Schulsystem nicht immer richtig. Es fehlt das Verständnis, worauf es ankommt. Ich wünschte mir mehr Mitarbeit, denn an der Kommunikation liegt es nicht: Wer kein Deutsch kann, bringt einen Übersetzer mit.</p>
<p><strong><big>«Es ist angesagt, einen Migrationshintergrund zu haben.»</strong></big></p>
<p><em>Wie stehst Du zur von Familienministerin Schröder aufgeworfenen Debatte zur Deutschenfeindlichkeit?</em><br />
Von meinen 26 Schülerinnen und Schülern sind etwa 3 bis 4 “Urdeutsche”. Die finden sich auf dem Schulhof und stehen dann zusammen rum. Eine klare Trennung gibt es aber keine, Freundschaften gibt es in allen Variationen. Tatsächlich ist es aber angesagt, einen Migrationshintergrund zu haben.</p>
<p><em>Wie stehst Du zur sogenannten “Integrationsdebatte” rund um das Buch von Sarrazin? Und wie stehst Du zu Frau Sarrazin, die ja auch Lehrerin ist?</em><br />
Ich habe <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutschland_schafft_sich_ab">“Deutschland schafft sich ab”</a> nicht gelesen. Aber ich wundere mich, wie Sarrazin auf seine Weisheiten kommt und frage mich, welche Migranten er kennt. Ich vermute, vieles im Buch kommt von seiner Frau, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass er in der Bundesbank viel mit Migranten zu tun hatte. Ursula Sarrazin stelle ich mir als Lehrertyp “harter Hund” vor. Wenn sie so streng ist, finde ich es etwas fraglich, dass sie an der Grundschule arbeitet. Aber wahrscheinlich wird sie falsch verstanden und ist eigentlich nur sehr konsequent.</p>
<p>Ganz gut dagegen finde ich viele Ideen von Heinz Buschkowsky [der Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln]. Das ist mal ein Gegensatz zu Sarrazin &#8211; denn der weiss wenigstens, wovon er redet. Ich hätte lieber ein Buch von ihm gelesen. Zum Beispiel könnte man bei Schulschwänzern schneller strafen, also Schulversäumnisanzeigen verteilen, die auch Geld kosten. Noch besser wäre es, Anreize zu schaffen: Also das Kindergeld dann auszahlen, wenn der Schulbesuch stattfindet.</p>
<p><em>Du bist also keine strenge Lehrerin?</em><br />
Ich würde mich selbst gerne als strenge Lehrerin einschätzen, doch leider bin ich etwas zu leicht zu bequatschen. Ich möchte auch gar nicht streng sein, sondern nur konsequent. Bei strengen Lehrern herrscht Ruhe, aber damit hat man noch nichts erreicht. Gelernt haben die Schüler da noch nichts und in der nächsten Stunde kann alles wieder ganz anders sein. Viel hat mit dem grundsätzlichen Respekt zu tun: Wenn die Schüler merken, dass man sie mag und vor allem respektiert, dann sind sie grundsätzlich auch respektvoll gegenüber den Lehrern. Man kann und muss ja auch in denen, die Terror machen, etwas Liebenswertes entdecken.</p>
<p><strong><big>«Es funktioniert einfach nicht, wenn die Mehrheit der Schüler in der Klasse nicht leistungswillig ist.»</strong></big></p>
<p><em>Wie würdest Du die Stimmung an Deiner “Problemschule” umschreiben?</em><br />
Es wäre ja furchtbar, wenn die Stimmung jeden Tag unterirdisch wäre. Grundsätzlich ist sie ganz gut, ich geniesse es, dass da was los ist. Ein Problem ist, dass unter dem Namen “Reform” immer mehr Anforderungen an die Lehrer gestellt werden. Die gesamte Verantwortlichkeit wird an so die Schulen gelegt. Wir müssen viel auffangen, was zu Hause nicht geleistet wird.</p>
<p>Ich bin dafür, das Gymnasium abzuschaffen und eine normale Drittelung für alle Schüler einzuführen. Es funktioniert einfach nicht, wenn die Mehrheit der Schüler in der Klasse nicht leistungswillig ist.</p>
<p><em>Den YouTube-Videos nach, die Du den Beiträgen voranstellst, hast Du einen breiten Musikgeschmack. Wie lange nimmst Du Dir Zeit für die Musikauswahl?</em><br />
Manchmal dauert es länger, ein passendes Video zu finden, als einen Blogtext zu schreiben. Ich bin schon auch ein Musikfan.</p>
<p><em>Es gibt viele Kommentare in deinem Weblog. Konntest Du daraus auch schon mal was für die tägliche Arbeit entnehmen?</em><br />
Die Tipps für den Unterricht sind oft etwas naiv. Ich bin schon 10 Jahre Lehrerin, da hat man schon einiges durchprobiert. Viele Probleme haben nichts mit dem Grundsätzlichen zu tun, sondern entstehen aus dem Stress heraus.</p>
<p>Ich schätze vor allem den Zuspruch und die Anteilnahme meiner Leser. Und ich bin überrascht, dass ich so viele Leser gekriegt habe, ohne aktiv etwas zu unternehmen.</p>
<p><center>* * *</center></p>
<p>Das Buch ist seit Freitag im Handel und bereits jetzt in den Top 1000 von Amazon. Inhaltlich ist nicht viel anderes zu erwarten wie im Blog, wie die Autorin auch gern <a href="http://fraufreitag.wordpress.com/2011/03/12/it-was-a-joke-sorry-for-pulling-your-legs/">zugibt</a>:</p>
<blockquote><p>Die Texte sind echt ziemlich ähnlich wie im Blog. Etwas anders arrangiert und es gibt ein paar hart erarbeitete Übergänge zwischen den einzelnen Geschichten. Aber nur wenig neues.</p></blockquote>
<p>Ich kenne Frau Freitag übrigens erst seit der Audienz, die sie mir gewährt hat. Dass sie vorerst Frau Freitag bleiben möchte, leuchtet mir völlig ein &#8211; ich werde darum auch keine diesbezüglichen Fragen beantworten. Wer das Interview in sein Angebot übernehmen will, kann sich gerne <a href="http://blog.ronniegrob.com/about/">bei mir melden</a>.</p>
<p><strong>Nachtrag, 29. Juli 2011: </strong>Inzwischen ist das Buch auf der Top-Position der <a href="http://www.spiegel.de/kultur/charts/0,1518,458623,00.html">&#8220;Spiegel&#8221;-Bestellerliste</a> der Taschenbücher angekommen.</p>
<p><img src="http://blog.ronniegrob.com/wp-content/uploads/Frau-Freitag-Spiegel-Bestsellerliste.jpg" alt="Frau Freitag auf der &quot;Spiegel Bestsellerliste&quot;" title="Frau Freitag auf der &quot;Spiegel Bestsellerliste&quot;" width="500" height="324" class="alignnone size-full wp-image-6599" /></p>
<p>Kaufen kann man das Buch <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3548373992/ref=as_li_qf_sp_asin_il_tl?ie=UTF8&#038;tag=ronniegrobcom-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3548373992"><strong>hier</strong></a> (Amazon-Affiliate-Link).</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>Das Wirtschaftswachstum und die Müllhalde</title>
		<link>http://blog.ronniegrob.com/2011/02/22/das-wirtschaftswachstum-und-die-muellhalde/</link>
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		<pubDate>Tue, 22 Feb 2011 08:24:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
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		<description><![CDATA[

Ein arte-Film über Geplante Obsoleszenz von Cosima Dannoritzer.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><iframe title="YouTube video player" width="500" height="311" src="http://www.youtube.com/embed/tI798T2tRrQ" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Ein arte-Film über <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Obsoleszenz#Geplante_Obsoleszenz">Geplante Obsoleszenz</a> von Cosima Dannoritzer.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Zur Terrorangst in Europa</title>
		<link>http://blog.ronniegrob.com/2010/12/14/zur-terrorangst-in-europa/</link>
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		<pubDate>Tue, 14 Dec 2010 11:44:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gemessen an den statistisch festgehaltenen Vorfällen der letzten Jahre muss die Angst vor Terror in Europa, vor allem vor islamischem oder rechtsextremem Terror, als übertrieben bezeichnet werden.

2009:



2008:



2007:



2006:



Quelle: "EU Terrorism Situation and Trend Report" von 2006, 2007, 2008 und 2009 auf europol.europa.eu.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gemessen an den statistisch festgehaltenen Vorfällen der letzten Jahre muss die Angst vor Terror in Europa, vor allem vor islamischem oder rechtsextremem Terror, als übertrieben bezeichnet werden.</p>
<p>2009:</p>
<p><img src="http://blog.ronniegrob.com/wp-content/uploads/Terrorstatistik-Europa-2009-500x220.png" alt="Terrorstatistik Europa 2009" title="Terrorstatistik Europa 2009" width="500" height="220" class="aligncenter size-large wp-image-5542" /></p>
<p>2008:</p>
<p><img src="http://blog.ronniegrob.com/wp-content/uploads/Terrorstatistik-Europa-2008-500x211.png" alt="Terrorstatistik Europa 2008" title="Terrorstatistik Europa 2008" width="500" height="211" class="aligncenter size-large wp-image-5543" /></p>
<p>2007:</p>
<p><img src="http://blog.ronniegrob.com/wp-content/uploads/Terrorstatistik-Europa-2007-500x231.png" alt="Terrorstatistik Europa 2007" title="Terrorstatistik Europa 2007" width="500" height="231" class="aligncenter size-large wp-image-5544" /></p>
<p>2006:</p>
<p><img src="http://blog.ronniegrob.com/wp-content/uploads/Terrorstatistik-Europa-2006-500x268.png" alt="Terrorstatistik Europa 2006" title="Terrorstatistik Europa 2006" width="500" height="268" class="aligncenter size-large wp-image-5545" /></p>
<p>Quelle: &#8220;EU Terrorism Situation and Trend Report&#8221; von 2006, 2007, 2008 und 2009 auf <a href="http://www.europol.europa.eu/index.asp?page=publications&#038;language=">europol.europa.eu</a>.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Was bedeutet &#8220;Vergewaltigung&#8221; in Schweden?</title>
		<link>http://blog.ronniegrob.com/2010/12/09/was-bedeutet-vergewaltigung-in-schweden/</link>
		<comments>http://blog.ronniegrob.com/2010/12/09/was-bedeutet-vergewaltigung-in-schweden/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 09 Dec 2010 15:00:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Gesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Gesetze]]></category>
		<category><![CDATA[Julian Assange]]></category>
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		<category><![CDATA[Vergewaltigung]]></category>
		<category><![CDATA[Wikileaks]]></category>

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		<description><![CDATA[Durch die Verhaftung von Wikileaks-Gründer Julian Assange am 7. Dezember 2010 ist die Frage aufgetaucht, was denn nun in Schweden alles als Vergewaltigung gilt.


Bild: Schwedische Fussballfans in München, Flickr/4mediafactory, CC BY-Lizenz

Schauen wir doch einfach mal nach. Auf dem Faktenblatt "New legislation on sexual crimes" (PDF-Datei, 118 kb), das vom Schwedischen Justizministerium 2005 herausgegeben wurde. ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Durch die Verhaftung von Wikileaks-Gründer Julian Assange am 7. Dezember 2010 ist die Frage aufgetaucht, was denn nun in Schweden alles als Vergewaltigung gilt.</p>
<p><img src="http://blog.ronniegrob.com/wp-content/uploads/Schweden.jpg" alt="Schweden" title="Schweden" width="500" height="500" class="aligncenter size-full wp-image-5488" /><br />
<small>Bild: Schwedische Fussballfans in München, <a href="http://www.flickr.com/photos/4mediafactory/175432314/">Flickr/4mediafactory</a>, CC <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en">BY-Lizenz</a></small></p>
<p>Schauen wir doch einfach mal nach. Auf dem <a href="http://www.sweden.gov.se/sb/d/5076/a/46797">Faktenblatt</a> <a href="http://www.sweden.gov.se/download/334b059a.pdf?major=1&#038;minor=46797&#038;cn=attachmentPublDuplicator_0_attachment"><strong>&#8220;New legislation on sexual crimes&#8221;</strong></a> (PDF-Datei, 118 kb), das vom Schwedischen Justizministerium 2005 herausgegeben wurde. Das Dokument beschreibt die Neuerungen der ab dem 1. April 2005 gültigen Gesetzgebung für Sexualstraftaten.</p>
<p>Ich habe mal versucht, das zu übersetzen (Fehler und Verbesserungsvorschläge bitte in den Kommentaren rückmelden, danke):</p>
<blockquote><p>Die Verordnung zur Vergewaltigung wurde erweitert, indem das Mass an Gewalt herabgesetzt wurde. Um wegen Vergewaltigung verurteilt zu werden, genügt es unter der neuen Gesetzgebung, wenn der Täter das Opfer zu einer sexuellen Handlung durch einen Überfall, durch Gewalt oder durch Androhung einer kriminellen Tat gedrängt hat. Das heisst bezüglich des Ausmasses an Gewalt, dass weniger schwere Formen von Gewalt ausreichen. Was den Grad der Bedrohung betrifft, ist es nicht weiter erforderlich, dass die Gefahr unmittelbar Leben oder Gesundheit oder andere massgebliche Interessen bedroht. Stattdessen kann ein geringer Grad der Bedrohung ausreichen, um für eine Vergewaltigung verantwortlich gemacht zu werden.</p>
<p><em>The provision on rape has been broadened by lowering the requirement of force. In order to be convicted for rape it is sufficient under the new legislation if the offender has forced the victim to engage in a sexual act through assault, violence or the threat of a criminal act. This means that with regard to the requirement of violence, less grievous forms of violence will be sufficient. As to the degree of threat, it is no longer required that the threat be of the kind that constitutes a threat of imminent violence endangering life or health or some other more significant interest. Instead, a lesser degree of threat can suffice for liability for rape.</em></p>
<p><span id="more-5474"></span>Unter der neuen Gesetzgebung wurde das Delikt der Vergewaltigung ausgeweitet auf Fälle von &#8220;sexueller Ausbeutung&#8221;. Das bezieht sich auf Fälle, in denen eine Person Geschlechtsverkehr oder eine vergleichbare Handlung mit einer Person vollzieht und es auf unpassende Weise ausnutzt, dass diese aufgrund Bewusstlosigkeit, Schlaf, einem Rauschzustand oder anderem Drogeneinfluss, Krankheit, physischer Verletzungen oder Geistesstörung &#8211; oder hinsichtlich der Umstände im Allgemeinen auf andere Weise &#8211; in einem hilflosen Zustand ist. Das heisst, dass Handlungen, die vorher als sexuelle Ausbeutung definiert wurden, nun als Vergewaltigungen aufgefasst werden.</p>
<p><em>Under the new legislation, the crime of rape is broadened to include cases of “sexual exploitation”. This refers to cases in which a person engages in sexual intercourse or some other comparable act with a person by inappropriately exploiting that this person, due to unconsciousness, sleep, intoxication or other drug influence, illness, physical injury or mental disturbance – or otherwise in view of the circumstances in general – is in a helpless state. This means that acts previously defined as sexual exploitation will now be considered as rape.</em></p>
<p>Der Definitionsbereicht der schwerwiegenden Vergewaltigung wurde erweitert, in dem die Bedingung &#8220;lebensbedrohliche Gewalt&#8221; mit einer leichteren Bedingung &#8220;wenn die Gewalt oder Bedrohung von einer besonders ernstzunehmenden Art war&#8221;, ersetzt wurde. Das macht auch klar, dass Vergewaltigungen, die von mehr als einer Person begangen werden, in der Regel als schwerwiegende Vergewaltigungen erachtet werden.</p>
<p><em>The scope of the definition of gross rape has been broadened by replacing the requirement of “life-threatening violence” with a lower requirement “if violence or threat was of a particularly serious nature”. It also makes clear that rape committed by more than one person will normally be considered as gross rape.</em></p>
<p>Die Regelung sexueller Nötigung bleibt in Kraft und ist anwendbar, wenn die Voraussetzungen für eine Vergewaltigung nicht erfüllt sind. Das Delikt gilt für eine Person, die durch unrechtmässige Nötigung eine andere Person dazu zwingt, eine sexuelle Handlung vorzunehmen oder zu ertragen. Es gilt auch für eine Person, die eine andere sexuelle Handlung ausführt als in der Verordnung zur Vergewaltigung mit einer Person in einem hilflosen Zustand vorgesehen und definiert ist.</p>
<p><em>The provision on sexual coercion remains in force and is applicable when the requirements for rape are not fulfilled. The crime applies to a person who through unlawful coercion forces another person to undertake or endure a sexual act. It also applies to a person who conducts a sexual act other than provided for in the provision on rape with a person in a helpless state as defined in the provision.</em></p>
<p>Eine weitere Gesetzesänderung ist die maximale Strafe für schwerwiegende sexuelle Nötigung, die von vier auf sechs Jahre Gefängnis erhöht wurde. Die Absicht, die maximale Strafe zu erhöhen, ist es, eine nuanciertere Beurteilung des Strafmasses in den schwersten Fällen zuzulassen. Es ist demzufolge keine generelle Erhöhung der Strafe für schwerwiegende sexuelle Nötigung.</p>
<p><em>Another amendment is that the maximum penalty for gross sexual coercion has been increased from four to six years’ imprisonment. The purpose of increasing the maximum penalty is to allow for a more nuanced assessment of the penal value in the most serious cases. It is not, therefore, a matter of generally increasing the penalty for gross sexual coercion.</em></p>
<p>Die Verordnung zur sexuellen Ausbeutung wird beibehalten im Abschnitt, der sich auf die sexuelle Ausnutzung einer Person bezieht, die sich in der Position einer Abhängigkeit gegenüber dem Täter befindet. Ein Abhängigkeitsverhältnis kann zum Beispiel zwischen einem Schüler und einem Lehrer oder zwischen einem Angestellten und einem Arbeitgeber bestehen. Das Delikt wird definiert als sexuelle Ausbeutung einer Person in einem Abhängigkeitsverhältnis oder als schwerwiegende sexuelle Ausbeutung einer Person in einem Abhängigkeitsverhältnis.</p>
<p><em>The provision on sexual exploitation is retained in the section that refers to sexual exploitation of a person in a position of dependency towards the offender. A position of dependency may exist, for example, between a pupil and a teacher or an employee and an employer. The crime will be defined as sexual exploitation of a person in a position of dependency or gross sexual exploitation of a person in a position of dependency.</em></p>
<p>Als Ergebnis der Streichung der Fälle von &#8220;sexueller Ausbeutung&#8221; aus der Verordnung wird die Höchststrafe für das schwerwiegende Delikt von sechs auf vier Jahre Gefängnis gesenkt.</p>
<p><em>As a result of the “sexual exploitation” cases being removed from the provision, the maximum penalty is lowered from six to four years’ imprisonment for the gross crime.</em></p></blockquote>
<p>Das führt uns zu den konkreten (im Original natürlich schwedischen) Texten im schwedischen Strafgesetzbuch: <strong><a href="http://www.sweden.gov.se/download/7b51fc71.pdf?major=1&#038;minor=46797&#038;cn=attachmentDuplicator_0_attachment">&#8220;Chapter 6 of the Swedish Penal Code (with amendments up to 1 April 2005)&#8221;</a></strong> (PDF-Datei, 31 kb)</p>
<p>Die Abschnitte 1, 2, 3 und 11 behandeln Straftaten zwischen Erwachsenen, die Abschnitte 4 bis 10 Straftaten zwischen Erwachsenen und Kindern. Da es im Fall Wikileaks um ersterere geht, wollen wir diese zitieren:</p>
<blockquote><p><em>Section 1<br />
A person who by assault or otherwise by violence or by threat of a criminal act forces another person to have sexual intercourse or to undertake or endure another sexual act that, having regard to the nature of the violation and the circumstances in general, is comparable to sexual intercourse, shall be sentenced for rape to imprisonment for at least two and at most six years.<br />
This shall also apply if a person engages with another person in sexual intercourse or in a sexual act which under the first paragraph is comparable to sexual intercourse by improperly exploiting that the person, due to unconsciousness, sleep, intoxication or other drug influence, illness, physical injury or mental disturbance, or otherwise in view of the circumstances in general, is in a helpless state.</p>
<p>If, in view of the circumstances associated with the crime, a crime provided for in the first or second paragraph is considered less aggravated, a sentence to imprisonment for at most four years shall be imposed for rape.</p>
<p>If a crime provided for in the first or second paragraph is considered gross, a sentence to imprisonment for at least four and at most ten years shall be imposed for gross rape. In assessing whether the crime is gross, special consideration shall be given to whether the violence or threat was of a particularly serious nature or whether more than one person assaulted the victim or in any other way took part in the assault or whether the perpetrator having regard to the method used or otherwise exhibited particular ruthlessness or brutality.</p>
<p>Section 2<br />
A person who, otherwise than as provided in Section 1 first paragraph, induces another person by unlawful coercion to undertake or endure a sexual act, shall be sentenced for sexual coercion to imprisonment for at most two years.</p>
<p>This shall also apply to a person who carries out a sexual act other than provided for in Section 1 second paragraph with a person, under the conditions otherwise specified in that paragraph.<br />
If a crime provided for in the first or second paragraph is considered gross, a sentence to imprisonment for at least six months and at most six years shall be imposed for gross sexual coercion. In assessing whether the crime is gross, special consideration shall be given to whether more than one person assaulted the victim or in any other way took part in the assault or whether the perpetrator otherwise exhibited particular ruthlessness or brutality.</p>
<p>Section 3<br />
A person who induces another person to undertake or endure a sexual act by serious abuse of that person’s position of dependency on the perpetrator shall be sentenced for sexual exploitation of a person in a position of dependency to imprisonment for at most two years.</p>
<p>If the offence is gross, a sentence to imprisonment for at least six months and at most four years shall be imposed for gross sexual exploitation of a person in a position of dependency. In assessing whether the crime is gross, special consideration shall be given to whether more than one person assaulted the victim or in any other way took part in the assault or whether the perpetrator otherwise exhibited particular ruthlessness.</p>
<p>Section 11<br />
A person who, otherwise than as previously provided in this Chapter, obtains a casual sexual relation in return for payment, shall be sentenced for purchase of sexual service to a fine or imprisonment for at most six months.</p>
<p>The provision of the first paragraph also apply if the payment was promised or given by another person.</em></p></blockquote>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>Was ist konservativ?</title>
		<link>http://blog.ronniegrob.com/2010/11/01/was-ist-konservativ/</link>
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		<pubDate>Mon, 01 Nov 2010 09:28:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
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		<category><![CDATA[CDU]]></category>
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		<category><![CDATA[Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Konservatismus]]></category>
		<category><![CDATA[konservativ]]></category>
		<category><![CDATA[Konservative]]></category>
		<category><![CDATA[liberal]]></category>
		<category><![CDATA[Liberale]]></category>
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		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Werner J. Patzelt]]></category>

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		<description><![CDATA[Werner J. Patzelt ist Inhaber des Lehrstuhls für Politische Systeme und Systemvergleich an der Technischen Universität Dresden. Für dresdeneins.tv hat er sich um die Frage gekümmert, was eigentlich konservativ ist.


Bild: Screenshot dresdeneins.tv

Ab 10:15 Minuten sagt er zum Beispiel:

Welche Parteien sind denn nun konservativ? Gewiss nicht eine Partei wie die NPD, die den bestehenden Zustand ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Werner_J._Patzelt">Werner J. Patzelt</a> ist Inhaber des <a href="http://tu-dresden.de/die_tu_dresden/fakultaeten/philosophische_fakultaet/ifpw/polsys/mitarbeiter/lehrstuhlinhaber">Lehrstuhls</a> für Politische Systeme und Systemvergleich an der Technischen Universität Dresden. Für dresdeneins.tv hat er sich um die Frage gekümmert, was eigentlich konservativ ist.</p>
<p><img src="http://blog.ronniegrob.com/wp-content/uploads/Werner-Patzelt.png" alt="Werner Patzelt" title="Werner Patzelt" width="500" height="200" class="aligncenter size-full wp-image-5238" /><br />
<small>Bild: Screenshot dresdeneins.tv</small></p>
<p>Ab 10:15 Minuten sagt er zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Welche Parteien sind denn nun konservativ? Gewiss nicht eine Partei wie die NPD, die den bestehenden Zustand ja nicht aufrecht erhalten, sondern umwerfen und beseitigen will. Wie sieht es aus mit jenen Parteien, die unseren Sozialstaat aufrecht erhalten wollen, wie etwa der SPD oder der Linkspartei? Sind die nicht eigentlich konservativ? Und gar erst die Grünen, die für Nachhaltigkeit beim Umgang mit natürlichen Ressourcen, die für Nachhaltigkeit bei der Finanzwirtschaft, beim staatlichen Verhalten eintreten und für die Stabilität des Weltklimas werben?</p>
<p>Man sieht: Es ist gar nicht so einfach, Konservatismus mit parteipolitischen Gruppierungen zusammenzubringen. Und hier ist es insbesondere eine Gleichsetzung, die in die Irre führt. Auch sie geht zurück auf die französische Revolution. Es ist die Gleichsetzung von rechts mit konservativ und von links mit fortschrittlich. Im Grunde verdankt sich diese Gleichsetzung nur dem, dass während der Revolution in der revolutionären Nationalversammlung Frankreichs die gemässigten Revolutionäre vom Präsidenten gesehen aus rechts sassen und die radikalen links. Und dass sich dieses Muster in den europäischen Parlamentssälen jahrhundertelang erhielt. Rechts sitzen jene, die vorsichtig mit dem bestehenden Zustand umgehen wollen und links jene, die ihn überwinden wollen.</p>
<p>Und weil diese Gesässgeografie mit den tatsächlichen politischen Herausforderungen immer weniger zu tun hat, führt die Gleichung &#8220;rechts gleich konservativ&#8221;, &#8220;links gleich fortschrittlich&#8221;, in die Irre.</p></blockquote>
<p><strong><a href="http://www.dresdeneins.tv/service/et_cetera__Sind_Sie_konservativ-398.html">&#8220;Sind Sie konservativ?&#8221;</a></strong><br />
<em>(dresdeneins.tv, Video, 14:46 Minuten, vom 21. September 2010)</em></p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>Berlin Neukölln im rasanten Wandel</title>
		<link>http://blog.ronniegrob.com/2010/10/27/berlin-neukoelln-im-rasanten-wandel/</link>
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		<pubDate>Wed, 27 Oct 2010 08:45:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Freies Neukölln]]></category>
		<category><![CDATA[Gentrifizierung]]></category>
		<category><![CDATA[Neukölln]]></category>
		<category><![CDATA[Weserstrasse]]></category>
		<category><![CDATA[Ä]]></category>

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		<description><![CDATA[Noch vor kurzem war Berlin Neukölln vor allem als Problembezirk mit vielen Sozialhilfeempfängern bekannt. Doch es hat sich in den letzten drei Jahren sehr viel geändert. Während die Kneipen "Freies Neukölln" und "Ä" in der Weserstrasse noch Ende 2007 nahezu die einzigen waren, die sich von der klassischen Eckkneipe abhoben, gibt es drei Jahre ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Noch vor kurzem war <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Neuk%C3%B6lln">Berlin Neukölln</a> vor allem als Problembezirk mit vielen Sozialhilfeempfängern bekannt. Doch es hat sich in den letzten drei Jahren sehr viel geändert. Während die Kneipen &#8220;Freies Neukölln&#8221; und &#8220;Ä&#8221; in der Weserstrasse noch Ende 2007 nahezu die einzigen waren, die sich von der klassischen Eckkneipe abhoben, gibt es drei Jahre später eine Flut von Läden aller Art, die sich der Flut der aus aller Welt in den Bezirk neu zuziehenden anbieten.</p>
<p>Die Leute von <a href="http://www.freies-neukoelln.de/">&#8220;Freies Neukölln&#8221;</a> (<a href="http://www.sender-fn.de/">Sender</a>), die sich als erste ins (angeblich) wilde Neukölln gewagt haben, betrachten die von ihnen unfreiwillig ausgelöste Entwicklung inzwischen kritisch. <a href="http://vimeo.com/16116523">Aber sehr unterhaltsam</a>:</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/16116523?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" width="500" height="281" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Der Wandel ist für westeuropäische Verhältnisse atemberaubend und bringt positive und negative Folgen mit sich. Es geschieht, was man sich vor wenigen Jahren noch nicht vorstellen konnte. Was zum Beispiel <a href="https://twitter.com/#!/kathrinpassig/status/28779244761">dieser Tweet</a> von Kathrin Passig zeigt:</p>
<p><img src="http://blog.ronniegrob.com/wp-content/uploads/Gentrifizierungsupdate.png" alt="Gentrifizierungsupdate Neukölln" title="Screenshot twitter.com" width="499" height="214" class="aligncenter size-full wp-image-5211" /></p>
<p><small>(via <a href="https://twitter.com/#!/martinriemer/status/28864618000">@martinriemer</a>)</small></p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Schlafftivisten</title>
		<link>http://blog.ronniegrob.com/2010/08/13/schlafftivisten/</link>
		<comments>http://blog.ronniegrob.com/2010/08/13/schlafftivisten/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 13 Aug 2010 11:51:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.ronniegrob.com/?p=5096</guid>
		<description><![CDATA[Jesse Brown (@jessebrown) nimmt sich dem Slacktivism an und stellt fest, dass die Medien etwas Mühe mit ihnen bekunden, weil sie keine Transparente malen und nur im Notfall auf die Strasse gehen:

http://www.youtube.com/watch?v=aM47raRT8BE

Es bleibt die Frage, welche Tätigkeiten etwas auslösen und welche überhaupt nichts.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.tvo.org/cfmx/tvoorg/searchengine/index.cfm?page_id=613&#038;blog_id=485&#038;action=blog">Jesse Brown</a> (<a href="http://twitter.com/jessebrown">@jessebrown</a>) nimmt sich dem <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Slacktivism">Slacktivism</a> an und stellt fest, dass die Medien etwas Mühe mit ihnen bekunden, weil sie keine Transparente malen und nur im Notfall auf die Strasse gehen:</p>
<p><object width="500" height="306"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/e/aM47raRT8BE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/e/aM47raRT8BE" type="application/x-shockwave-flash" width="500" height="306" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Es bleibt die Frage, welche Tätigkeiten etwas auslösen und welche überhaupt nichts.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.ronniegrob.com/2010/08/13/schlafftivisten/feed/</wfw:commentRss>
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		</item>
		<item>
		<title>Arschlochkind &#8211; ein Jahr Frau Freitag</title>
		<link>http://blog.ronniegrob.com/2010/05/24/arschlochkind-ein-jahr-frau-freitag/</link>
		<comments>http://blog.ronniegrob.com/2010/05/24/arschlochkind-ein-jahr-frau-freitag/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 24 May 2010 16:21:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Beamte]]></category>
		<category><![CDATA[Blogs]]></category>
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		<category><![CDATA[Karneval der Kulturen]]></category>
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		<description><![CDATA[Zum 1. Geburtstag eines zu wenig beachteten Lehrerinnen-Blogs.

Blogger werden (von Journalisten) oft gefragt, wo denn nun bitteschön all diese tollen Blogs sind, die angeblich die ganze Medienlandschaft umpflügen werden. Auch wenn man weiss, wie viele tolle Blogs es gibt, weil man ja täglich welche liest, kommt man dann je nach dem in Erklärnot. Denn ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zum 1. Geburtstag eines zu wenig beachteten Lehrerinnen-Blogs.</strong></p>
<p>Blogger werden (von Journalisten) oft gefragt, wo denn nun bitteschön all diese tollen Blogs sind, die angeblich die ganze Medienlandschaft umpflügen werden. Auch wenn man weiss, wie viele tolle Blogs es gibt, weil man ja täglich welche liest, kommt man dann je nach dem in Erklärnot. Denn ja, nicht alle Blogs sind toll, und ja, viele reagieren mehr, als dass sie agieren, und ja, viele haben auch in vielen Zeilen nichts zu sagen, und ja, Bloggen ist auch 2010 für die Meisten entweder Hobby oder Selbstausbeutung.</p>
<p>Man weiss zwar genau, dass es viele grossartige Blogs gibt, aber wenn man nicht beruflich mit ihnen zu tun hat, verliert man sie aus Zeitgründen schnell aus dem Sichtfeld. Eines dieser Blogs ist das Blog von Frau Freitag, das vor einigen Tagen den <a href="http://fraufreitag.wordpress.com/2010/05/23/happy-birthday/">1. <del datetime="2010-05-25T07:47:05+00:00">oder 2.</del> Geburtstag</a> feiern konnte. </p>
<p><a href="http://fraufreitag.wordpress.com/"><img src="http://blog.ronniegrob.com/wp-content/uploads/1-Jahr-Frau-Freitag-500x128.png" alt="Frau Freitag" title="1 Jahr Frau Freitag" width="500" height="128" class="alignnone size-large wp-image-4551" /></a></p>
<p>Wer Frau Freitag ist, weiss niemand so genau, denn sie schreibt (aus mir verständlichen Gründen) anonym. Vielleicht ist sie tatsächlich Lehrerin, vielleicht ist sie aber auch ein 12-jähriger Schüler, eine 73-jährige Pensionärin oder ein 40-jähriger Mann. Vielleicht schreibt sie aus dem echten Leben, vielleicht ist alles auch nur fiktiv (die Kategorie <a href="http://fraufreitag.wordpress.com/category/lehrerfantasien/">Lehrerfantasien</a> zählt derzeit 49 Beiträge).</p>
<p>Um was geht es im Blog? Um eine Reihe von Lehrern, die Namen von Wochentagen tragen, um Schüler, die Ömer, Carlo, Samira, Micha, Dirk, Susie, Emma, Yusuf, Justin, Abdul, Daniela, Harun, Erol oder Emre heissen, um den Freund von Frau Freitag und um ein Frl. Krise. Personen, die echt sind oder auch nicht und die so beschrieben werden, dass man sie bald wie altbekannte Seriencharaktere vor sich sieht. Mehrmals in der Woche. Immer illustriert von einem dazu passenden Musikvideo. Manchmal schreibt Frau Freitag auch andere Erlebnisse auf, wie dieses <a href="http://fraufreitag.wordpress.com/2010/04/26/griechenland-muss-geholfen-werden/">Zusammentreffen mit jugendlichen Nazis</a>.</p>
<p>Informiert über den Alltag an einer deutschen Schule ist das Blog auf jeden Fall derart gut, dass man sich kaum vorstellen kann, dass es von einer branchenfremden Person geschrieben wird. Wiederum ist das Blog so gut geschrieben, dass man sich kaum vorstellen kann, dass diese Lehrerin nicht ihr Geld mit Schreiben verdient. Es ist herrlich direkt und bringt alle Emotionen, die in der Lehrkörperschaft so schwelen, aufs Tapet. <a href="http://fraufreitag.wordpress.com/2010/05/16/was-hallo/">Diese Geschichte</a>, die von Lehrerinnen handelt, die nachts um 2 Uhr einen Schüler anrufen und, als er verschlafen das Gespräch entgegen nimmt, &#8220;Arschlochkind!!! Arschlochkind!!! Arschlochkind!!!&#8221; in den Hörer schreien, ist, wie in den Kommentaren zu erfahren ist, &#8220;ab Zeile 44 rein fiktiv&#8221;. Trotzdem ist das mindestens einer Leserin schon zu viel:</p>
<blockquote><p>Arschlochkind?</p>
<p>Vermutlich verstehe ich einfach den Witz nicht, wenn eine Lehrerin ihren Schüler — wenn auch nur fiktiv — ein Arschlochkind nennt.</p></blockquote>
<p><a href="http://fraufreitag.wordpress.com/2010/03/18/intention/">An anderer Stelle antwortet Frau Freitag</a> auf einen ähnlichen Kommentar wie folgt:</p>
<blockquote><p>(&#8230;) ja, ich bin oft äußerst genervt und frustriert. Ich glaube, das geht allen so, die mit unsererem Schülerklientel arbeitet. Darf ich das nicht sein? Oder darf ich dass  nicht in meinem Blog aufschreiben? Darf ich nicht darüber berichten? Was soll ich denn mit meiner Frustration und meinem Genervtsein machen, alles runterschlucken und krank werden?</p>
<p>Ich bin immer noch da. Ich gehe jeden Tag hin und arbeite mit Jugendlichen, bei denen die meisten Leute die Straßenseite wechseln, wenn sie sie nur sehen. Jugendliche, mit denen niemand was zu tun haben will. Und ich will auch mit genau denen arbeiten. Aber es ist eben nicht immer leicht und ja, es ist sehr oft frustrierend. Aber ich mag meinen Job sehr gerne. Soll ich das hier immer wieder aufschreiben?</p>
<p>Und was heißt denn, dass man „ahnen könnte, wie es eigentlich gemeint ist“? Ich meine immer genau das was ich schreibe. Ich komme nach Hause, hatte ein Scheißerlebnis mit einem Schüler, setze mich an den Computer, schreibe es auf und dann geht es mit schon besser. Und wenn ich da sitze, dann meine ich genau das was ich da schreibe. Das einzige, was ich mir vorwerfen könnte ist, dass ich die positiven Dinge, die in der Schule passieren nicht so gerne aufschreibe. Was soll ich hier schreiben, wie toll irgendwas gelaufen ist?</p>
<p>Aber keinen Respekt für meine Schülerinnen und Schüler&#8230; diesen Vorwurf finde ich schon fast unverschämt und überhaupt nicht nachvollziehbar. Denn ich respektiere meine Schüler in höchstem Maße! Und das wissen und spüren die auch!</p></blockquote>
<p>In Berlin fand dieses Wochenende der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Karneval_der_Kulturen">Karneval der Kulturen</a> statt, der sich grosser Beliebtheit erfreut. Da ist auch nichts dagegen einzuwenden. Doch es ist schon ein sehr grosser Unterschied, der multikulturellen Gesellschaft zwanzig Minuten lang vom Strassenrand aus zu applaudieren und dann wieder nach Hause zu gehen oder am echten Karneval der Kulturen teilzunehmen, wie er täglich in der Schule stattfindet. Der nämlich nicht nur schlecht bezahlt, sondern oft nur nervenaufreibend und anstrengend. Und Nachwuchs ist kaum in Sicht. Von den jungen Lehrern und Lehrerinnen gibt es in Berlin nur noch wenige, <a href="http://www.welt.de/politik/bildung/article3235753/Reiche-Laender-locken-Lehrer-mit-Beamtenstatus.html">wie zu lesen ist</a>, suchen diese eher den Beamtenstatus in den reichen Bundesländern.</p>
<p>Ohne alle Blogbeiträge von Frau Freitag gelesen zu haben, glaube ich, dass sie es hervorragend hinkriegt, Klartext zu schreiben, ohne Grenzen zu überschreiten. Sollte Frau Freitag tatsächlich selbst Lehrerin sein, was anzunehmen ist, so ist ihre Leistung, nämlich ihre Emotionen und täglichen Beobachtungen in Texte zu kanalisieren, nicht nur eine Massnahme zu ihrer eigenen psychischen Gesundheit, sondern ein Verdienst für die Allgemeinheit. Sie spricht aus, was andere nur denken. Sie zeigt auf, wie es in einem von vielen Schulzimmern aussieht. Sie liefert wichtige Texte aus dem Alltag, die man lesen will, weil sie nicht nur informativ, sondern auch unterhaltsam sind. Sie liefert mir ihren subjektiven, ehrlichen Blick, den ich annehmen oder ablehnen kann.</p>
<p>Ich finde, Frau Freitag hat mehr Aufmerksamkeit verdient. Überhaupt haben alle Lehrerinnen und Lehrer, die im schwierigen Dreieck der Ansprüche von Eltern, Kindern und Vorgesetzten einen guten Job machen und dabei auch noch fröhlich bleiben, mehr Aufmerksamkeit verdient.</p>
<p><strong><strong><a href="http://fraufreitag.wordpress.com/">Na, wie war&#8217;s in der Schule?</a></strong></strong> (fraufreitag.wordpress.com)</p>
<p><strong>Nachtrag, 25. Mai:</strong> Frau Freitag schreibt einen <a href="http://fraufreitag.wordpress.com/2010/05/25/nachtrag-zum-bloggeburtstag/">&#8220;Nachtrag zum Bloggeburtstag&#8221;</a>:</p>
<blockquote><p>Ich schreibe nicht anonym! Ich heiße Frau Freitag und BIN Lehrerin!!!! Ich arbeite – Vollzeit – an der Mohamad Atta Oberschule. Ich wundere mich, dass einige Leute schreiben, dass ich vielleicht gar keine Lehrerin sei. Klar, kann niemand wissen. Aber ich sag es hier ja ganz deutlich – ich bin Lehrerin! Immer, überall und Frau Dienstag auch und Frl. Krise sowieso. Und ich denke mir hier so gut wie gar nichts aus. Im Gegenteil, ich beschreibe nur die unverfänglichen Erlebnisse.</p></blockquote>
<p><strong>Nachtrag, 13. März 2011:</strong> Ich hab Frau Freitag <a href="http://blog.ronniegrob.com/2011/03/13/interview-mit-frau-freitag/">ein paar Fragen gestellt</a>.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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