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	<title>ronniegrob.com &#187; Medien</title>
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		<title>Mehr Bürokratie, weniger Pressefreiheit: das Leistungsschutzrecht</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Sep 2010 14:52:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Gerne werfen Exponenten von Zeitungsverlagen Google ode [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gerne werfen Exponenten von Zeitungsverlagen Google oder den Blogs vor, sie seien parasitär.</p>
<p>Parasitär? Journalisten sind selbst parasitär. Journalismus beschreibt, leitet weiter, analysiert, ordnet ein. Ohne die real existierende Welt gäbe es ihn nicht, er ist selbst kein originäres Produkt. Oder könnte es einen Wirtschaftsteil geben ohne Wirtschaft? Eine Sportsendung ohne Sportereignisse? Könnte dieser Text existieren ohne die vorgängige Diskussion? Nein.</p>
<p>Norbert Neininger liess kürzlich einen von der NZZ bereitgestellten Versuchsballon steigen und <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/verlage_haben_anrecht_auf_besseren_schutz_1.7232236.html">forderte ein Leistungsschutzrecht</a> nach deutschem Ideenvorbild. Denkt man es durch, so müsste man alle publizistischen Leistungen daran beteiligen. Also auch das Blog von Moritz Leuenberger, die Pressemitteilungen der UBS, vielleicht sogar den Twitter-Stream von Fulvio Pelli. Den nicht nachvollziehbaren Vorstellungen der Presseverleger gemäss soll so ein Gesetz natürlich ausschliesslich für Inhalte von Presseverlegern gelten. Weshalb? Weil angeblich nur sie in der Lage sind, die für eine funktionierende Demokratie so wichtige kritische Öffentlichkeit herzustellen.</p>
<p>Machen wir doch mal ein Bespiel, wie das ablaufen könnte in Zukunft:</p>
<p>Journalist A fragt Manager B, ob er ein Statement liefern könne zu Ereignis X. B sagt bereitwillig zu, allerdings nur unter der Bedingung, dass das von ihm bereitgestellte “Snippet” dem Leistungsschutzrecht gemäss entschädigt wird. Immerhin handelt es sich um seine intellektuelle Leistung, die genutzt werden soll, um den Profit der Verleger zu vergrössern. Eine Antwort in einer Strassenumfrage? Ein Statement für einen Artikel? Ein Interview? Sorry, nur gegen Entschädigung. </p>
<p>Haben Sie es gemerkt? Ein Leistungsschutzrecht wäre eine Bürokratisierung von gigantischem Ausmass, eine Einschränkung der Pressefreiheit und nichts mehr als eine Abwälzung eines nicht mehr funktionierenden Geschäftsmodells auf die Allgemeinheit. Jedes Interview, jedes Zitat müsste bei einem geltenden Leistungsschutzrecht finanziell entschädigt werden. Und weil kaum jemand zu zahlen bereit wäre, führte es direkt in eine unfreie Gesellschaft, in der das direkte Wort vermieden wird.</p>
<p>Die Presseverleger wollen damit ihre Einnahmen gesetzlich verankern &#8211; auf Kosten der Allgemeinheit. Es erstaunt, dass ein derart dreistes Betteln um Subventionen so unbedarft vorgebracht wird &#8211; und so wenig Gegenreaktionen hervorruft. Man könnte es als Versuch werten, selbst Steuern einzutreiben. So etwas erlaubt sich keine andere Branche.</p>
<p><em>Dieser Artikel erschien im <a href="http://mediaforum.ch/pressespiegel/">Pressespiegel von mediaforum.ch</a>, den man <a href="http://mediaforum.ch/pressespiegel/index.html?subscribe">hier</a> per E-Mail abonnieren kann.</em></p>
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		<title>&#8220;Ich höre die Leute schon reden&#8221;</title>
		<link>http://blog.ronniegrob.com/2010/08/22/ich-hoere-die-leute-schon-reden/</link>
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		<pubDate>Sun, 22 Aug 2010 12:11:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<description><![CDATA[Zum Tod von Christoph Schlingensief am 21. August 2010. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zum Tod von Christoph Schlingensief am 21. August 2010.</strong></p>
<blockquote><p>Ich höre die Leute schon reden. Der wilde Schlingensief, der Provokateur, das Enfant terrible … natürlich wahnsinniger Überlebenswille … wahnsinnige Anstrenungen … hat bis zum letzten Atemzug gekämpft … am Ende dann doch in der Klinik soundso …</p></blockquote>
<p>Christoph Schlingensief, “So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein! Tagebuch einer Krebserkrankung”, Seite 49</p>
<p><object width="500" height="400"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/nhvsw_0lk90?fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/nhvsw_0lk90?fs=1" type="application/x-shockwave-flash" width="500" height="400" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<blockquote><p>Ich dachte, dass ich im Kern beschützt sei. Von Gottes Gnaden behütet, belohnt mit Tausenden von Möglichkeiten, gesegnet mit einem langen Leben, mit vielen, vielen Dingen, Bildern, Fragen, Antworten, Fragen, die sich aus Antworten ergeben. Und in den letzten Tagen hab ich echt geglaubt, ich bekäme jetzt die grosse Chance zu beweisen, dass ich ein ernsthaftes Anliegen habe, dass ich in der Welt noch Wichtiges zu tun habe &#8211; und auch, dass ich die Möglichkeit bekäme, das Leben jetzt wirklich geniessen zu lernen. Habe mir eingebildet, dass ich noch viele, viele tolle Momente erleben werde, mit Essen und Trinken, Natur und Musik, Liebe und Sex.</p>
<p>Und das, lieber Gott, ist die grösste Enttäuschung. Dass du ein Glückskind einfach so zertrittst, du bist jedenfalls gerade dabei, das zu tun. Und alle die anderen Leute, die an dich glauben, zertrittst du auch, zum Beispiel die, die nach Lourdes laufen und dennoch nicht geheilt werden.</p>
<p>Pure Ignoranz ist das. (…)</p></blockquote>
<p>Christoph Schlingensief, “So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein! Tagebuch einer Krebserkrankung”, Seite 51</p>
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		<title>Schlafftivisten</title>
		<link>http://blog.ronniegrob.com/2010/08/13/schlafftivisten/</link>
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		<pubDate>Fri, 13 Aug 2010 11:51:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Jesse Brown (@jessebrown) nimmt sich dem Slacktivism an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.tvo.org/cfmx/tvoorg/searchengine/index.cfm?page_id=613&#038;blog_id=485&#038;action=blog">Jesse Brown</a> (<a href="http://twitter.com/jessebrown">@jessebrown</a>) nimmt sich dem <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Slacktivism">Slacktivism</a> an und stellt fest, dass die Medien etwas Mühe mit ihnen bekunden, weil sie keine Transparente malen und nur im Notfall auf die Strasse gehen:</p>
<p><object width="500" height="306"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/aM47raRT8BE?fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/aM47raRT8BE?fs=1" type="application/x-shockwave-flash" width="500" height="306" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Es bleibt die Frage, welche Tätigkeiten etwas auslösen und welche überhaupt nichts.</p>
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		<title>Das Sommerloch dehnt sich aus</title>
		<link>http://blog.ronniegrob.com/2010/08/12/das-sommerloch-dehnt-sich-aus/</link>
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		<pubDate>Thu, 12 Aug 2010 10:55:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Sommerloch bei Google Trends:



Google Trends  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Sommerloch bei <a href="http://www.google.com/trends?q=Sommerloch&#038;ctab=0&#038;geo=all&#038;date=all&#038;sort=0">Google Trends</a>:</p>
<p><img src="http://blog.ronniegrob.com/wp-content/uploads/Sommerloch.png" alt="Sommerloch" title="Sommerloch" width="500" height="278" class="aligncenter size-full wp-image-5057" /></p>
<p>Google Trends ist ein Dienst, der das Suchvolumen bei Google <a href="http://www.google.com/intl/en/trends/about.html#1">auswertet</a>. Können aus diesen Auswertungen Rückschlüsse auf die Berichterstattung in Medien und Blogs gezogen werden können? Vielleicht ja, das bleibt aber eine Hypothese. Dazu beachten kann man die untere, nicht skalierte Linie namens <a href="http://www.google.com/intl/en/trends/about.html#8">&#8220;News reference volume&#8221;</a>:</p>
<blockquote><p>The graph is for illustrative purposes, and simply shows you the number of times your topic appeared in Google News stories.</p></blockquote>
<p>Das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sommerloch">Sommerloch</a> 2006 und 2007 war ein kurz und tief aufklaffender Abgrund. In den letzten Jahren aber die Lücke, die das sommerlochfreie Jahr unterbricht, breiter geworden und die Zahl des Begriffs &#8220;Sommerloch&#8221; bei Google News höher.</p>
<p>Wird das Sommerloch also bald von März bis Oktober dauern, mit noch mehr Artikeln dazu? Gut möglich, der Trend der letzten Jahre scheint sich dahin zu bewegen.</p>
<p>2006:</p>
<p><img src="http://blog.ronniegrob.com/wp-content/uploads/screen-capture-18.png" alt="" title="Sommerloch bei Google Trends (2006)" width="340" height="264" class="aligncenter size-full wp-image-5061" /></p>
<p>2007:</p>
<p><img src="http://blog.ronniegrob.com/wp-content/uploads/screen-capture-28.png" alt="Sommerloch bei Google Trends (2007)" title="Sommerloch bei Google Trends (2007)" width="356" height="263" class="aligncenter size-full wp-image-5062" /></p>
<p>2008:</p>
<p><img src="http://blog.ronniegrob.com/wp-content/uploads/screen-capture-34.png" alt="Sommerloch bei Google Trends (2008)" title="Sommerloch bei Google Trends (2008)" width="348" height="262" class="aligncenter size-full wp-image-5063" /></p>
<p>2009:</p>
<p><img src="http://blog.ronniegrob.com/wp-content/uploads/screen-capture-42.png" alt="Sommerloch bei Google Trends (2009)" title="Sommerloch bei Google Trends (2009)" width="348" height="261" class="aligncenter size-full wp-image-5064" /></p>
<p>2010 (abgerufen am 12. August):</p>
<p><img src="http://blog.ronniegrob.com/wp-content/uploads/screen-capture-5.png" alt="Sommerloch bei Google Trends (2010, Stand 12. August)" title="Sommerloch bei Google Trends (2010, Stand 12. August)" width="350" height="263" class="aligncenter size-full wp-image-5065" /></p>
<p>Warum gibt es das Sommerloch überhaupt? @wortwart hat die <a href="https://twitter.com/wortwart/status/20961831796">Antwort</a>:</p>
<blockquote><p>Das Sommerloch ist ein Sommerlochthema.</p></blockquote>
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		<title>Bobby California</title>
		<link>http://blog.ronniegrob.com/2010/07/27/bobby-california/</link>
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		<pubDate>Tue, 27 Jul 2010 11:14:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein Medienkritikerkritiker kämpft gegen Missstände in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein Medienkritikerkritiker kämpft gegen Missstände in der Medienkritik.</strong></p>
<p><img src="http://blog.ronniegrob.com/wp-content/uploads/Rumpelstilzchen.png" alt="Rumpelstilzchen" title="Rumpelstilzchen" width="500" height="430" class="aligncenter size-full wp-image-4994" /><br />
<small>Bild: DDR-Briefmarken von 1976, <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Stamps_of_Germany_%28DDR%29_1976,_MiNr_Kleinbogen_2187-2192.jpg?uselang=de">Wikimedia Commons</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/">CC BY-SA-Lizenz</a></small>.</p>
<p>Man muss bei dieser Geschichte ganz vorne anfangen. Also, zuerst gab es Zeitungen. Dann kam das Internet. Und mit dem Internet fanden Medienkritiker, die es schon immer gab, eine Möglichkeit, die Arbeit der Zeitungsmitarbeiter direkt und ungefiltert zu kritisieren und zu kommentieren. Manche Medienkritiker gründeten Medienblogs, in denen sie diese Kritik institutionalisierten.</p>
<p>Das wiederum rief <a href="http://bobbycalifornia.blogspot.com/">Bobby California</a> auf den Plan, ein anonym bleiben wollender Internetnutzer, der lange in den Kommentarspalten des Medienblogs <a href="http://medienspiegel.ch/">&#8220;Medienspiegel&#8221;</a> aktiv war, dann aber selbst zum Blogger wurde.</p>
<p>Der Grund ist <a href="http://bobbycalifornia.blogspot.com/2010/04/ronnie-grob-ein-neues-bezahlmodell-fur.html?showComment=1271959025905#c2624416761307417473">folgender</a>:</p>
<blockquote><p>Ich habe dieses Blog gegründet, damit ich ungestört auf den Bloggern herumhacken kann. Das ist dringend nötig. Ich habs satt, dass die Blogger ständig auf den Journalisten herumhacken. Ab sofort wird zurückgehackt. Ich habe nie behauptet, dass das die Lösung für die Medienkrise sei. Es ist eine Antwort auf das Journalisten-Bashing, nicht mehr und nicht weniger.</p></blockquote>
<p>Weil ich tatsächlich davon überzeugt bin, dass konstruktive Kritik auf lange Frist jedes Produkt verbessert, kann ich es nur begrüssen, wenn Medienkritikerkritiker sich daran machen, die Arbeit von Medienkritikern zu überprüfen. Kritische Anstösse geben immer wieder Anlass zur Veränderung, und das ist richtig so.</p>
<p>Bobby California ist ein Schreiber mit einem originellen Sprachschatz. Alleine ich wurde von ihm schon (in teilweise wieder gelöschten Beiträgen) als &#8220;einer der verblendetsten Internet-Gläubigen und einer der verbissensten Journalisten-Basher&#8221;, &#8220;einer der verblendetsten Digital-Religiösen&#8221; oder kurz als &#8220;der einfältigste Blogger weit und breit&#8221; bezeichnet. Meine Texte als &#8220;halbgarer Quatsch&#8221;, &#8220;hanebüchener Quatsch&#8221; und &#8220;einfältiges Zeug am Laufmeter&#8221;. Wie ich das mache? Natürlich in meiner &#8220;gewohnt penetrant-quengeligen Art&#8221;, schliesslich mäkle ich &#8220;die ganze Zeit bloss rum&#8221;.</p>
<p>Die Diskussion mit Bobby California habe ich schon lange eingestellt, weil sie, wie bei allen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Troll_%28Netzkultur%29">Trollen</a>, zu nichts führt.</p>
<p>Da es im Internet nichts gibt, über das nicht noch eine weitere Ebene gelegt werden könnte, gibt es nun mit &#8220;Jenny Virginia&#8221; eine ziemlich gelungene Parodie des Medienkritikerkritikers. Man vergleiche hier:</p>
<p><strong><a href="http://jennyvirginia.blogspot.com/">Jenny Virginia</a> vs. <a href="http://bobbycalifornia.blogspot.com/">Bobby California</a></strong></p>
<p>So wenig ich weiss, wer Bobby California in Wirklichkeit ist, so wenig weiss ich, wer hinter dieser Parodie steckt. Vielleicht ein Journalist aus einem Zürcher Zeitungsverlag? Aber das ist ja auch nicht so wichtig.</p>
<p>Damit Bobby California das <a href="http://www.medienspiegel.ch/archives/002408.html">Schlusswort</a> haben kann, schliessen wir für einmal die Kommentare:</p>
<blockquote><p>Es ist unglaublich, mit welcher Hartnäckigkeit Sie die Fakten verdrehen, damit Sie Ihre Vorurteile aufrecht erhalten können.</p></blockquote>
<p><small>(Jenny Virginia via <a href="http://blogdessennamenmansichnichtmerkenkann.wordpress.com/2010/07/26/jenny-virginia-sehr-meta-aber-sehr-lustig/">Journalistenschredder</a>)</small></p>
<p><strong>Nachtrag, 28. Juli:</strong> Die parodierte Website <a href="http://bobbycalifornia.blogspot.com/">bobbycalifornia.blogspot.com</a> hat nun ein neues Layout.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Maientage in der Bundespressekonferenz</title>
		<link>http://blog.ronniegrob.com/2010/07/19/maientage-in-der-bundespressekonferenz/</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 11:00:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Bundespressekonferenz in Berlin im Mai 2010.

Kan [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Bundespressekonferenz in Berlin im Mai 2010.</strong></p>
<p><small>Kann das funktionieren? Hingehen, beobachten, und dann mehr als 2000 Wörter / 14&#8242;000 Zeichen aufschreiben und nur online veröffentlichen?</p>
<p>Insgesamt vier Tage war ich im Mai in der <a href="http://www.bundespressekonferenz.de/">Bundespressekonferenz</a> &#8211; der Plan war, dass der daraus resultierende Text im &#8220;journalist&#8221; gedruckt wird. Das wird er nun nicht, weil er nicht recht reinpasst in die politikfreie Sommerzeit und sich im Oktober niemand mehr für den Mai interessiert. So weit, so einleuchtend. Ist das schade? Ja, denn ich hätte damit gerne die vielen, vielen Offliner unter den Journalisten erreicht. Aber es gibt ja das Internet:</small></p>
<p><a href="http://www.journalist.de/aktuelles/meldungen/bundespressekonferenz-100718.html"><strong>Bundespressekonferenz-Besuch auf journalist.de</strong></a></p>
<p><img src="http://blog.ronniegrob.com/wp-content/uploads/Ulrich-Wilhelm.jpg" alt="Ulrich Wilhelm (Bild: Bundesregierung, Sandra Steins)" title="Ulrich Wilhelm (Bild: Bundesregierung, Sandra Steins)" class="aligncenter size-full wp-image-4905" /></p>
<p><strong>Die Beantwortungsmaschine</strong><br />
<small>Mittwoch, 19. Mai 2010</small></p>
<p>Am Osteingang der Bundespressekonferenz sehe ich den Portier ein offenbar bekanntes Gesicht herzlich begrüssen, mich aber blickt er finster an, als ich ihm mehrfach sage, dass ich zur Bundespressekonferenz möchte. “Ja, aber an WELCHE Konferenz denn?”, will er wissen. Erst als ich die ausgedruckten Akkreditierungsunterlagen finde, hellt sich sein Gesicht etwas auf und er führt mich zur Büroleiterin Roswitha Kreutzmann. Dass ich fünf Minuten zuvor problemlos durch den Westeingang hineingekommen bin und mir bereits einen Überblick verschafft habe, sage ich ihm nicht. Mit dem Segen von Frau Kreutzmann darf ich mich in eine bereits eröffnete Konferenz setzen. Aber nur, wenn ich die Mütze ausziehe und keine Fragen stelle.</p>
<p>Gernot Heller, Reuters, will wissen, was hinter der Eilbedürftigkeit zum Rettungsschirm steckt, warum der Bundesrat Sondersitzungen einlegen soll, ob es denn Marktunsicherheiten gebe. Eine Frage zum Fall Jemen: “Gibt es einen neuen Stand zu den Geiseln?” Sprecher Peschke wiederholt, was Aussenminister Westerwelle am Abend zuvor schon sagte. Nein, zu den weiteren vermissten Geiseln gebe es keine neuen Informationen. Er spricht leise und gedämpft. Das Mitgefühl mit den Entführten wird so spürbar. Weitere Nachfragen werden keine gestellt.</p>
<p>Nach der Auflösung der Konferenz bittet Ulrich Wilhelm, Regierungssprecher der Bundesregierung, eine Schulklasse und eine Gruppe internationaler Blogger, die zuvor als Gäste die hintersten Reihen besetzten, nach vorne zu einem informellen Gespräch “unter drei”. Er stellt auf sympathische, kurzweilige und informative Art seine Tätigkeit im Zusammenhang mit der Institution Bundespressekonferenz vor. Beantwortet Fragen eines Schülers zur Dauer des Zivildiensts und Fragen eines nigerianischen Bloggers zu deutschen Firmen in seinem Land. Gibt seinem Erstaunen Ausdruck, dass heute keine Frage zum Atomprogramm im Iran gefallen sei. Und erklärt, das hänge mit der Ausdünnung der Redaktionen zusammen. Nicht jede Redaktion habe noch Spezialisten für jedes Themengebiet &#8211; nur die Grossen: Spiegel, Süddeutsche, FAZ und die öffentlich-rechtlichen.</p>
<p>Die Regierung macht den Eindruck einer gut geölten, nahezu perfekt funktionierenden Maschine in eigener Sache. Eine Maschine, die auch mehrteilige Fragen ungerührt aufnimmt, sie bearbeitet und dann ernsthaft beantwortet &#8211; natürlich ohne im Idealfall je in Bedrängnis zu kommen. In wenigen Sekunden, als wäre vom Staat nichts anderes zu erwarten. Nichts, wofür es nicht eine vernünftige Erklärung gäbe. Doch: Ist das überhaupt gewünscht von Medien, die vermehrt auf Politzirkus setzen? “Jede Bemerkung zur Sache wird sofort für oder gegen Personen gewertet, am liebsten gegen die Führung”, <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,695091-2,00.html">sagte</a> der abtretende Ministerpräsident von Hessen, Roland Koch, kürzlich dem “Spiegel”.</p>
<p><img src="http://blog.ronniegrob.com/wp-content/uploads/Kristina-Köhler.jpg" alt="Kristina Schröder (Bild: CC Flickr VoThoGrafie)" title="Kristina Schröder (Bild: CC Flickr VoThoGrafie)" width="500" height="335" class="aligncenter size-full wp-image-4910" /></p>
<p><strong>Finger wie Raketen</strong><br />
<small>Donnerstag, 20. Mai 2010</small></p>
<p>Fünf TV-Kameras, elf Fotografen und rund dreissig Journalisten erwarten die Familienministerin, die je nach Zeit und Medium Köhler oder Schröder heisst. Heute heisst sie Schröder, Kristina, Dr. Sie betritt, begleitet von den Experten Rürup und Wille, den Raum um 12:01 Uhr, was von den seit Minuten am Podium wartenden Fotografen mit begeistertem Klicken aufgenommen wird. “Frau Minister”, “zu uns”, “nochmal rüber bitte”, rufen sie ihr zu. Um 12:02 wünscht Sitzungsleiterin Antje Sirleschtov vom “Tagesspiegel” einen schönen guten Tag. Die Fotografen nehmen Abstand und verziehen sich in die erste und zweite der mittleren Stuhlreihen, nicht ohne mit dem Klicken aufzuhören.</p>
<p>“Wir müssen uns von der Illusion verabschieden, dass wir unsere Probleme immer mit mehr Geld lösen”, sagt die Ministerin, so ist es am nächsten Tag in der “Süddeutschen Zeitung” nachzulesen. Eine Viertelstunde lang erläutert sie ihren Entwurf zur Familienpflegezeit. Beim Erklären zeigt sie immer wieder den ausgefahrenen, aber angewinkelten Zeigefinger, wie das von Aussenminister Westerwelle bekannt ist (wobei dieser dazu jeweils den Arm im Takt der Argumente hoch und runter bewegt). Sobald Schröder den Finger mal streckt oder andere Gesten macht, geht die Kadenz der Fotoklicks hoch.</p>
<p>Zur Familienpflegezeit berichten dann die meisten Zeitungen nichts, einen kurzen Artikel dazu finde ich in der “Financial Times Deutschland”. Auf Seite 6 der “Süddeutschen Zeitung” ist kein Foto von Schröder abgedruckt, sondern eine Zeichnung, die sie mit etwas naivem Blick, grossen Lippen und Knopfohrringen zeigt. Eingeklemmt zwischen Daumen und Zeigefinger ihrer an den Knöcheln aufeinandertreffenden Fäuste ist ein kleiner Buggy, auf dem ein Männlein ohne Nase sitzt, der einen ungewöhnlich gemusterten Pulli trägt.</p>
<p>Daneben steht ein ausführlicher Artikel mit dem Titel <a href="http://archiv.sueddeutsche.de/W5r38w/3360128/Die-Familienpflegezeit.html?id=A47315920_OGTPOGWPOPPSWOGSHRPAGWSAOHCGRCEOCCEE">“Das Küken macht Flugversuche”</a>. Um die Familienpflegezeit geht es darin nur am Rande, dem Autor Stefan Braun ist die “überbordende Gestik” aufgefallen &#8211; beinahe jeder ihrer Sätze werde von “mächtigen Handbewegungen” begleitet, “wie ein Teenager, der, weil er besonders wichtig sein will, seine Eltern nachmacht”. Und so geht es weiter: “Schröder liefert wenige altkluge Sätze, aber sehr viele altkluge Gesten. Sehr lange ausgestreckte Zeigefinger, sehr weit ausgestreckte Arme, sehr resolut wegschiebende Handflächen. Alles Gesten, die immer zwei Nummern zu groß sind gemessen an ihrer zierlichen Statur und in ihrer derzeitigen politischen Bedeutung. Es sind diese Momente, die einen daran erinnern, dass die Bundestagsabgeordnete doch sehr früh und sehr schnell Karriere gemacht hat.”</p>
<p>So kann man das offenbar sehen. Auf mich wirkte die Ministerin eher so, als wolle sie nichts mehr als natürlich sein, als wolle sie nicht nach Anleitung ihrer PR-Leute funktionieren, als wolle sie sich nicht verbiegen für die Fotografen oder Journalisten. Doch offenbar erwarten die das von ihr. In einem <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-70228756.html">“Spiegel”-Artikel</a>, der einen Besuch von Schröder in einer Kindertagesstätte dokumentiert, wird ein Fotograf mit den Worten ”Jetzt hat sie doch tatsächlich keinen einzigen Kinderkopf getätschelt” zitiert. Und was, wenn sie hätte?</p>
<p>Ist es der Politiker, der maßlos eitel, populistisch und nicht sachorientiert ist? Oder wird er vom Journalist nur so dargestellt? Was für einen Mehrwert haben die unzähligen Bilder von Schröder an dieser Pressekonferenz für den Medienkonsumenten? Ist es nicht die Gier der Presse nach einem möglichen Fehltritt, nach einer unvorteilhaften Pose, nach einem überflüssigen Wort, die den Politiker zu einer unnahbaren, scheinbar seelenlosen Rhetorikmaschine macht? Der ihn alles Eigene, Persönliche, jede menschliche Unsicherheit tief in sich verschliessen lässt? Ist es nicht inkonsequent und auch unfair, nach markigen Worten zu gieren, nur um diese, wenn sie denn fallen, auf das Schärfste zu verurteilen? Die in der Spitzenpolitik gewählten Worte sind unter ständiger Beobachtung der Regierungsmaschine und der Medienmaschine, was zu Auswüchsen führt, von denen man nicht weiß, ob man sie verlachen oder beweinen soll. Man kann es doch nur als Irrsinn bezeichnen, wenn Kanzlerin Merkel den Rücktritt von Bundespräsident Köhler “auf das Allerhärteste” bedauert, wie sie das Ende Mai getan hat.</p>
<p>Neben mir kämpft eine Kamerafrau mit angestrengter Miene mit der Arretierung des Stativs. Zwei Journalisten stellen je eine Frage und verlassen dann gemeinsam den Raum. Dann kniet kommentarlos ein Mann vor mich nieder, das Mikrofon seiner Kamera weist ihn aus als Mitarbeiter von “Das Erste”. Er filmt ein paar Sekunden an mir vorbei in die hinterste Besucherreihe, aus der zuletzt gemurmelte Dikussionen zu vernehmen waren. Vorne spricht Professor Dr. Dr. h.c. Bert Rürup von betriebsspezifischem Humankapital, von Wertkonten und der Kreditausfallversicherung. Alle anwesenden Journalisten schreiben auf einem Spiralblock. Neben einem Kameramann bin der einzige mit Laptop im Saal. In den vier Tagen, in denen ich die Bundespressekonferenz besuche, sehe ich nicht einen Journalisten mit einem Laptop.</p>
<p><img src="http://blog.ronniegrob.com/wp-content/uploads/Bundespressekonferenz.jpg" alt="Bundespressekonferenz in Berlin (Bild: CC Flickr haasweyregg)" title="Bundespressekonferenz in Berlin (Bild: CC Flickr haasweyregg)" width="500" height="334" class="aligncenter size-full wp-image-4897" /></p>
<p><strong>Wasser unter fruchtlosen Bäumen</strong><br />
<small>Freitag, 21. Mai 2010</small></p>
<p>12 Uhr, Regierungspressekonferenz, anwesend sind elf Journalisten, kein Fotograf, zwei Kameras. Schon nach 13 Minuten gibt es keine weiteren Fragen. Die rund 15 Regierungsvertreter packen ihre Dokumente zusammen und gehen. “Ich hätte noch viel zu erzählen gehabt!”, sagt einer der Sprecher beim Rausgehen zu einer Kollegin. Eine Journalistin, die mehrere Fragen zum Sparpaket stellte, ärgert sich in der Kantine: “Diese Pressekonferenzen sind ja so gähnend leer jeweils”. Vermutlich sitzt wieder ein Großteil der Mitglieder im Büro und schaut am Fernsehen zu. Seit es diesen Service gibt, kommen weniger Journalisten in das von den Architekten Nalbach + Nalbach gestaltete Gebäude. Es wurde im April 2000 nach zwei Jahren Bauzeit fertiggestellt. Inhaber ist die Allianz Gruppe.</p>
<p>Im grossen Innenhof stehen vier fruchtlose Bäume, Bucida Buceras, schwarze Olive. Eine breite Treppe führt hinauf ins Glashaus der Journalisten und Sprecher. Man hat sich bemüht um “warme” Farben: am Boden liegt ein hellroter Teppich, das im Gebäude verwendete Holz ist von der Hemlock-Tanne und im Hintergrund der Politiker scheint ein ausgeklügeltes Blau, das sie im idealen Kontrast erscheinen lässt. Unter der Treppe wird zu fairen Preisen Caesar Salad, Fisch und Reis, Kaffee und Teilchen angeboten. Gestalterischer Höhepunkt ist der Wassergraben zwischen Hof und Bar, der mit einzelnen, freistehenden Quadersteinen besetzt ist. Die leuchteten früher auch mal, vor allem aber sind sie leicht zu verpassen, wenn man sich nicht achtet. Roswitha Kreutzmann hat mehr als einen nassen Fuss gesehen: “Da latscht regelmässig jemand rein, vielleicht einmal im Jahr”.</p>
<p>Per Internet sind die Pressekonferenzen der Regierung, anders als in der Schweiz beispielsweise, noch nicht zu sehen. Aber es mache ja durchaus Sinn, wenn die Leute vor Ort seien, sagt Werner Gößling vom ZDF, schwarzer Anzug, rote Krawatte mit schwarzen Querstreifen, Brille mit Goldrand, grau melierte Haare, Vorsitzender der BPK seit 2003 (bei den im März 2011 anstehenden Wahlen wird er aus Altersgründen nicht mehr kandidieren). Fragen müssen ja gestellt werden, sagt er. Und gewisse Diskussionen liessen sich eben von Mensch zu Mensch am besten lösen. Ausserdem habe ein Sprecher, zu dem man persönlichen Kontakt pflege, immer mal mehr Informationen. Durch die seit den 1970er-Jahren zugelassenen TV-Kameras hätten die Regierungssprecher an Bedeutung eingebüsst. “Die Minister und Regierungschefs wollen das selber machen. Und bei den TV-Stationen ist immer alles darauf ausgerichtet, einen O-Ton der wichtigen Minister und der Kanzlerin haben.” Auch wenn der Sprecher des Aussenministeriums an der Konferenz um 11:30 Uhr orientiert, so tritt der Aussenminister um 13 Uhr nochmals selbst vor die Mikrophone. “Im Fernsehen müssen sie die Nachrichten so gestalten, dass der Zuschauer sie ansieht. Da brauchen sie auch abwechslungsreiche Beiträge. Wenn hochrangige Leute auftreten, dann haben die Zuschauer das Gefühl, das sei wichtig.” Zu Artikeln, die der BPK eine schwindende Bedeutung attestieren, sagt Gößling: “Solche Zeitungsartikel gab es schon in den 50er-Jahren zu lesen. Das ist ein Mißverständnis: Die wichtigen Entwicklungen haben sich weder früher noch heute hier ereignet.”</p>
<p><img src="http://blog.ronniegrob.com/wp-content/uploads/Neukoellner-Maientage.jpg" alt="Karussell an den Neuköllner Maientagen (Bild: CC Flickr onnola)" title="Karussell an den Neuköllner Maientagen (Bild: CC Flickr onnola)" width="500" height="333" class="aligncenter size-full wp-image-4902" /></p>
<p><strong>Auf dem Karussell</strong><br />
<small>Epilog</small></p>
<p>Der Name Bundespressekonferenz ist irreleitend. Es handelt sich nicht um eine Institution der Bundesregierung (das ist das Bundespresseamt), sondern um einen Zusammenschluss von Hauptstadtkorrespondenten, die gemäß Statuten Deutsche sein müssen und ihre Tätigkeit hauptberuflich ausüben. Geändert wird der Name vorerst nicht &#8211; der letzte Versuch zur namentlichen Emanzipation mit einem Bindestrich (Bundes-Pressekonferenz) setzte sich nicht durch und wurde wieder rückgängig gemacht. Die Jahre nach der Gründung am 11. Oktober 1949 in Bonn wurde noch eifrig geraucht. Zuerst überall, auch auf dem Podium. Dann in Teilbereichen des Saals. Dann nur noch vor der Tür. Und seit einiger Zeit gar nicht mehr. Werner Gößling steht auf und greift sich einen Stuhl in der Zimmerecke. “Sehen Sie, das ist ein Originalstuhl aus Bonn, hier hinten an der Lehne ist der Aschenbecher montiert, für den Hintermann.”</p>
<p>Im Mitgliederverzeichnis finden sich von Nayhauß-Cormòns, Mainhardt Graf von (Freier Journalist) über Bannas, Günter (Frankfurter Allgemeine Zeitung) bis zu Wollschläger, Karin (KNA Katholische Nachrichten-Agentur) um die 900 Personen, die einen Monatsbeitrag von 20 Euro (freie Journalisten) oder 30 Euro (angestellte Journalisten) bezahlen. Aktiv seien rund 600, sagt mir Gößling, etwa so viele wie gewählte Parlamentarier. Dagegen steht die geschätzte Zahl der Lobbyisten in Berlin: 5000. Auf ein aktives BPK-Mitglied, auf einen Parlamentarier treffen also rund acht Lobbyisten.</p>
<p>Die Politiker, die Journalisten, die Lobbyisten. Sie sind nur ein kleiner Ausschnitt des Volks. Ein vergleichsweise privilegierter Haufen, der von Anlass zu Anlass hetzt und zwischendurch in Hinterzimmern entspannt. Die Dynamik zwischen ihnen bestimmt jedes einzelne Leben in Deutschland und auch anderswo. Journalisten setzen Politiker auf das Personalkarussell und lassen es immer schneller drehen, mit Gewinnern heute und Verlieren morgen. Politiker, die angeblich Gesten machen “wie ein Teenager, der, weil er besonders wichtig sein will, seine Eltern nachmacht”. Politiker, die meinen, Wähler gewinnen zu können, in dem sie ihnen Luftballone schenken. Politiker, die meinen, alles regeln zu können, wenn nur genügend Geld vorhanden sind. Doch was kann ein Mensch, dem die Rente gekürzt wurde, mit Gewinnern und Verlierern in der Spitzenpolitik anfangen? Die haben doch überhaupt nichts mit seinem Leben zu tun.</p>
<p>Die Tradition, dass Politiker mehrmals wöchentlich an eine Konferenz eingeladen werden, die sich durch ihre Mitglieder trägt und so finanziell unabhängig und ideologisch breit abgestützt ist, kann nur als wertvoll und erhaltenswert bezeichnet werden. Die Frage ist, wie sich die Institution dem Medienwandel gegenüber verhalten wird. Und wie sie sich entwickeln wird unter dem zunehmenden Druck von Kosten, Klickzahlen und Auflage, unter dem Verlage stehen. Noch steht die BPK wie ein grosser grauer Block im Parlamentsviertel. Darum herum stehen die vielen Journalisten, die Bundespolitik als Seifenoper inszenieren. Und die Bürger, die das mit Aufmerksamkeit belohnen.</p>
<p><small>Bild 1: Bundesregierung, Sandra Steins (<a href="http://www.bundesbildstelle.de/collections/9365065/_1278734491/">bundesbildstelle.de</a>)<br />
Bild 2: <a href="http://www.flickr.com/photos/thomasvogt/4447618477/in/photostream/">CC Flickr/VoThoGrafie</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en">CC BY-Lizenz</a>.<br />
Bild 3: <a href="http://www.flickr.com/photos/haasweyregg/3569533695/">CC Flickr/haasweyregg</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en">CC BY-Lizenz</a>.<br />
Bild 4: <a href="http://www.flickr.com/photos/30845644@N04/3541679295/">CC Flickr/onnola</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.en">CC BY-SA-Lizenz</a>.</p>
<p></small></p>
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		<title>Weltmeister-Besieger</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Jul 2010 07:20:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ok, so richtig schwierig war das jetzt nicht, die &#8220;Blick&#8221;-Schlagzeile von heute vorherzusehen.</p>
<p><a href="https://twitter.com/ronniegrob/status/18303354522">Ich gestern</a> nach dem WM-Finale:</p>
<p><img src="http://blog.ronniegrob.com/wp-content/uploads/Twitter-ronniegrob-300x146.png" alt="" title="Twitter @ronniegrob" width="300" height="146" class="aligncenter size-medium wp-image-4864" /></p>
<p><a href="http://www.blick.ch/blick">&#8220;Blick&#8221; heute</a> am Kiosk:</p>
<p><img src="http://blog.ronniegrob.com/wp-content/uploads/Blick.jpg" alt="Ausriss &quot;Blick&quot;" title="Ausriss &quot;Blick&quot;" width="282" height="173" class="aligncenter size-full wp-image-4862" /></p>
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		<title>Mein Hut, der hat drei Cents</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Jul 2010 11:00:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wäre es nicht toll, wenn Mikrozahlungen funktionierten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wäre es nicht toll, wenn Mikrozahlungen funktionierten?</strong></p>
<p><img src="http://blog.ronniegrob.com/wp-content/uploads/Flötenspieler-203x300.jpg" alt="Flötenspieler in Amsterdam (Bild: Daniele Faieta)" title="Flötenspieler in Amsterdam (Bild: Daniele Faieta)" width="203" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-4777" /></p>
<p>Als die Mikrobezahldienste <a href="http://kachingle.com/">Kachingle</a> und <a href="https://flattr.com/">Flattr</a> an den Start gingen, hab ich mich gleich angemeldet. Nicht, weil ich glaubte, damit schnell reich zu werden, sondern, weil das die ersten mir bekannten Dienste waren, die anboten, Websites bzw. deren einzelne Beiträge auf einfache Weise zu finanzieren.</p>
<p>Schon nach wenigen Monaten stellt sich nicht mehr die Frage, ob sie funktionieren. Grosse Blogs erhielten von Flattr für den Monat Juni Einnahmen von 200 Euro (Carta) über 250 Euro (Lawblog) bis zu 580 Euro (Netzpolitik). Die Website der &#8220;taz&#8221; konnte rund 990 Euro einnehmen. Und das nur, in dem sie sich bei <a href="https://flattr.com/">flattr.com</a> anmeldeten und selbst mindestens zwei Euro pro Monat riskierten.</p>
<p><a href="http://saschalobo.com/2010/07/05/warum-ich-nicht-flattre/"><strong>Sascha Lobo hat in fünf Punkten erklärt, warum er nicht flattrt</strong></a>. Ich versuche eine Entgegnung:</p>
<p><strong>1. Geld soll nicht umverteilt werden, sondern von aussen zufliessen, zum Beispiel durch Werbung.</strong></p>
<p>Schön ist die Theorie. Aber so einfach ist das nicht mit der Online-Werbung.</p>
<p>a) Von Bloggern, die ihre Website mit <strong>Google-Ads</strong> schmücken, hört man von Umsätzen, die nur manchmal überhaupt aus dem 99-Cent-pro-Monat-Bereich geraten. In Kauf nimmt der Blogger dafür, Werbung für Anbieter zu machen, hinter denen er je nach dem gar nicht steht. Und in Kauf nimmt der Blogger eine besetzte Werbefläche, die nur selten besonders schön wirkt. Auf der anderen Seite steht der doch eher unscheinbare Flattr-Knopf.</p>
<p>b) Von Bloggern, die versucht haben, <strong>Online-Werbung</strong> für ihr Blog zu organisieren, hört man von zu niedrigen Klickzahlen oder dem Versuch einer Einflussnahme auf die Inhalte. Bei einigen wenigen Blogs funktioniert die Online-Werbung. Manche Blogger können sogar davon leben. Das ist erfreulich. Aber wird sich diese Situation für kleine Medien ändern? Es bleibt zu hoffen, dass sich die Online-Werbung in Zukunft für noch mehr Blogs lohnen wird.</p>
<p>c) Was spricht generell gegen eine ständige <strong>Umverteilung</strong> von Geldern? Nennt man das nicht Wirtschaft? Bei Flattr kauft man sozusagen einzelne Inhalte für einen in gleiche Stücke geteilten monatlichen Betrag. Die Ware bleibt auf der Website.</p>
<p><strong>2. Es profitieren nur grosse Angebote</strong></p>
<p>Bei Google Ads und bei der Online-Werbung profitieren tatsächlich vor allem grosse Angebote. Bei Flattr aber kann ich mir vorstellen, dass auch ein völlig unbekanntes Blog zu einem Haufen von Flattrungen kommt. Wenn es einen Beitrag liefert, dem viele Konsumenten eine Qualität attestieren, worauf sie ihn flattrn und durch soziale Medien oder E-Mails weiterverbreiten.</p>
<p>Man muss kein &#8220;Fan der Umverteilung von oben nach unten&#8221; sein, um festzustellen, dass Flattr einfach nur verteilt. An wen verteilt wird und wieviel, entscheiden die einzelnen Nutzer. Durch die bisherige Bekanntheit mögen grosse Angebote einen Startvorteil haben. Wer möchte, dass auch kleinere Angebote wahrgenommen werden, sollte aktiv auf diese hinweisen, also verlinken.</p>
<p><strong>3. Transparenz hat nicht nur positive Seiten</strong></p>
<p>Ja, vielleicht ist es äusserst peinlich, wenn sich jemand mein Blog ansieht und merkt, dass die meisten Beiträge nicht mal einen Klick aufweisen. Und jetzt?</p>
<p>Wird er deswegen das Blog nicht lesen? Wird jemand, der an einem Cellospieler in der U-Bahn vorbeiläuft, sich der Zahlung verweigern, wenn er merkt, dass nur ein oder zwei Münzen im Kasten liegen? Wird er die Zahlung verweigern, wenn schon sehr viele Münzen drinliegen, auch wenn ihm die Musik gefällt?</p>
<p><strong>4. Es wird ein Kundenverhältnis zwischen Schreiber und Leser aufgebaut</strong></p>
<p>Das ist die alte Debatte darum, ob Leser die Schreiber überhaupt interessieren. Das ist einfach zu beantworten: Wer sich keine Leser wünscht, sollte nicht publizieren. Wer publiziert, wird potentiell von Medienkonsumenten wahrgenommen.</p>
<p>Die zweite Frage lautet nun, ob das Verhältnis zwischen dem Leser und dem Schreiber irgendwie mit Geld in Verbindung gebracht werden kann. In einigen Fällen kann diese Frage getrost mit &#8220;Nein&#8221; beantwortet werden. In vielen anderen Fällen muss sie wohl mit &#8220;Ja&#8221; beantwortet werden. Werbung, potentielle Aufträge, Image, you name it.</p>
<p>Die Frage, ob sich Texte &#8220;nach anderen Kriterien&#8221; ausrichten sollen &#8220;als dem ureigenen Interesse des Autors&#8221; halte ich für durchaus angebracht. Denkt man sie durch, dann scheitert ein Grossteil aller existierenden Medien an dieser Frage.</p>
<p><strong>5. Die Gründer sind zweifelhaft</strong></p>
<p>Das mag sein. Ich wüsste jetzt aber nicht, wer so einen Dienst aufbauen könnte und nicht als zweifelhaft gelten würde. Google? Facebook? Apple?</p>
<p><img src="http://blog.ronniegrob.com/wp-content/uploads/Strassenkünstler-in-London-225x300.jpg" alt="Strassenkünstler in London (Bild: shining.darkness)" title="Strassenkünstler in London (Bild: shining.darkness)" width="225" height="300" class="alignright size-medium wp-image-4780" /></p>
<p>Wichtiger ist etwas anderes. Das Bewusstsein der Flattrer. <strong>Wer einen Beitrag flattrt, also konkret einen kleineren oder grösseren Betrag überweist, sollte das nicht leichtfertig tun.</strong> Wie nun aber die Realität zeigt, geschieht das.</p>
<p><strong>So erhalten Beiträge Zuwendungen &#8230;</strong></p>
<ul>
<li>die fremde Inhalte eingebunden haben und dazu selbst kaum etwas hinzugefügt haben</li>
<li>die sich relativ substanzlos für oder gegen etwas einsetzen</li>
<li>die kaum mehr als einen Link beinhalten</li>
<li>die sich gegen gemeinhin verhasste Personen oder Organisationen wenden</li>
<li>die die Zukunft von Mikrozahlungen behandeln</li>
</ul>
<p>Das ist aber ein Problem der Flattr-Nutzer, nicht von Flattr. Flattr bietet nur eine Möglichkeit an. Jeder wird die Freiheit nutzen, so zu flattrn, wie es ihm passt. Selbst simple Hinweise können als entlohnenswert eingestuft werden, <a href="http://www.neunetz.com/2010/07/07/flattr-der-wert-des-filterns-und-mentale-transaktionskosten/">wie Marcel Weiss richtig feststellt</a>. Trotzdem: <strong>Ich halte ein Bewusstsein für die Originalität und die aufgewendete Arbeit eines Beitrags für angemessen.</strong></p>
<p>Das im Mensch wohnende Boulevardschwein wird immer etwas oinken und quietschen. Ist es naiv, optimistisch zu sein und darauf zu hoffen, dass es sich dabei um Startschwierigkeiten eines neuen Dienstes handelt? <strong>Ich wünsche mir eine Zukunft im Internet, in der Inhaltsproduzenten für die Arbeit, die sie geschaffen haben, von Inhaltskonsumenten entlöhnt werden.</strong> Und zwar genau so, wie es denen gefällt.</p>
<p><strong>Flattr könnte der Hut sein, den der Künstler nach der Vorstellung herumreicht.</strong> Wer mag, wirft etwas rein, 1 Cent, 10 Cent, 1 Euro, 10 Euro, 100 Euro, ganz, wie es die eigene Finanzlage und Grosszügigkeit erlaubt. Der Empfänger verfügt dann, nach Abzug von Gebühren und Steuern, frei über den gesammelten Betrag. Wäre es nicht toll, wenn das funktionieren würde?</p>
<p><small>Bild oben: <a href="http://www.flickr.com/photos/stormino/3884600842/">CC Flickr/stormino</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/deed.en">CC BY-ND-Lizenz</a>.<br />
Bild unten: <a href="http://www.flickr.com/photos/33124746@N04/4030821057/">CC Flickr/shining.darkness</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en">CC BY-Lizenz</a>.</small></p>
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		<title>“Peppige Spass-Produktionen mit Celebritys”</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Jun 2010 15:07:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach dem Generaldirektor Roger de Weck kürte die SRG n [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach dem Generaldirektor Roger de Weck kürte die SRG nun auch den “Superdirektor”. Er heisst Rudolf Matter, ist 56 Jahre alt und hat bisher noch nicht mal einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Matter" class="broken_link">Wikipedia-Eintrag</a>. Ihm fällt als Direktor über Radio und Fernsehen eine Medienmacht in die Hände, wie sie kaum ein anderer hierzulande hat.</p>
<p>Die Woche vor der Verlautbarung schrieb der Medienkolumnist der “Weltwoche”, Kurt W. Zimmermann, es blieben nur zwei übrig für diesen Job. Einerseits Filippo Leutenegger, “FDP-Nationalrat”, andererseits Ueli Haldimann, “eine eher linke Socke”. Beide wurden es nicht. Nun ja, man kann sich irren.</p>
<p>Interessanter sind aber die Sätze von Zimmermann, warum er für den Kandidaten Haldimann einsteht: “hat Ahnung vom Geschäft und vor allem vom Boulevard”, “fiel mit publizistischen Provokationen positiv auf”, “hatte schon immer ein populistisches Flair”, “nur Populismus bringt die Quoten wieder hoch”, “wir wollen nur ein knalligeres Programm”. Und er behauptete: “Das Publikum erwartet peppige Spass-Produktionen mit Celebritys, Comedy, Spannung und Hoch-das-Bein. In der Information müssen populärere Themen her, mehr harte Recherchen und weniger konkordanter Kuschelfunk.”</p>
<p>Ausser der Forderung nach harten Recherchen ist das alles Quatsch. Ein gebührenfinanziertes Fernsehen muss eben nicht Quote bringen. Es muss das liefern, was das private Fernsehen nicht liefert: Information, Kultur, Programme für Minderheiten, Journalismus. Also jene Nachfrage abdecken, die der Markt nicht selbst zu produzieren imstande ist.</p>
<p>Die Rechnung geht leider nicht auf: Das kleine Verbreitungsgebiet und die gesetzlichen Einschränkungen führen dazu, dass offenbar kein nationaler Privat-TV-Sender gewinnbringend bestehen kann. Also sind die gebührenfinanzierten Programme dazu gezwungen, alles zu liefern, auch das “Hoch-das-Bein”. Gefordert sind die Politiker, die irrsinnigen Hürden abzubauen. Immerhin kann, zum Beispiel mit <a href="http://www.ustream.tv/">Ustream.tv</a>, jeder 24 Stunden live senden, wenn er das will. Was Privatfernsehen ziemlich nahe kommt.</p>
<p>Die Deutschschweiz läuft Gefahr, in Medienmonopole zu schlittern. Es gibt nur eine nationale Nachrichtenagentur. Es gibt nur einen nationalen TV-Sender. Es gibt nur ein nationales Radio. Es gibt nur eine Handvoll Zeitungsverlage. Am Schluss gibt es vielleicht nur noch einen Superdirektor für alles. Zum Glück gibt es das Internet.</p>
<p><em>Dieser Artikel erschien im <a href="http://mediaforum.ch/pressespiegel/">Pressespiegel von mediaforum.ch</a>, den man <a href="http://mediaforum.ch/pressespiegel/index.html?subscribe">hier</a> per E-Mail abonnieren kann.</em></p>
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		<title>Newsnetz schaut in den Spiegel</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Jun 2010 10:31:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das hinter diversen Tamedia-Zeitungen stehende Newsport [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das hinter diversen Tamedia-Zeitungen stehende Newsportal &#8220;Newsnetz&#8221; hat sich bisher weder durch <a href="http://blog.ronniegrob.com/2009/06/27/qualitatsjournalismus-mit-newsnetz-2/">Faktentreue</a>, noch durch <a href="http://blog.ronniegrob.com/2009/08/23/qualitatsjournalismus-mit-newsnetz-10/">vielfältige Inhalte</a> einen Namen gemacht. Sondern durch Aufbauschung von Banalitäten, durch Quotengeilheit, durch die mitunter Urheberrechte verletzende Übernahme von <a href="http://www.flickr.com/groups/1000549@N20/">Flickr-Fotos</a> und <a href="http://blog.ronniegrob.com/2009/07/01/%E2%80%9Cqualitatsjournalismus%E2%80%9D-mit-newsnetz-4/">YouTube-Videos</a>, durch Abschreiben <a href="http://blog.ronniegrob.com/2009/06/30/qualitatsjournalismus-mit-newsnetz-3/">aus Blogs</a> und <a href="http://blog.ronniegrob.com/2009/07/24/qualitatsjournalismus-mit-newsnetz-8/">aus der Wikipedia</a>.</p>
<p>Um so erstaunlicher ist darum, wie die Leserfrage “Warum zählt heute Quote mehr als Qualität?” einer &#8220;K.H.&#8221; auf tagesanzeiger.ch beantwortet wird. Ein ungenannter Autor findet den Grund in der Tatsache, &#8220;dass Medien (und die mit ihnen verbandelten Akteure wie Politiker, Interessenverteter, Experten) möglichst viel Aufmerksamkeit möglichst günstig produzieren müssen&#8221;:</p>
<blockquote><p>Am allergünstigsten geht das so: Man behauptet irgendeinen knalligen Haberkäse oder berichtet von einem, der irgendeinen als «Tabubruch» aufgemotzten Schwachsinn verkündet, wartet auf die aufgeregten Reaktionen, welche man nunmehr ausführlich zitiert und kommentiert und als Beweis dafür ausgibt, ein schwelendes Unbehagen in der Bevölkerung endlich zum Thema gemacht zu haben. Dazu gibt es eine Onlineabstimmung oder ein schnell am Telefon zusammengeschustertes Experteninterview. (&#8230;)</p>
<p>Aus der Not, leere Seiten und Sendeminuten billig füllen zu müssen, wird so die Tugend des gesellschaftspolitischen Hyperventilierens. Doch ob aus dieser leider nicht mehr ganz seltenenen Form der Aufmerksamkeitsbewirtschaftung ein auf die Dauer brauchbares (neudeutsch: nachhaltiges) Geschäftsmodell werden kann, bezweifle ich. (&#8230;)</p></blockquote>
<p>Ich zweifle auch daran, dass dieses Geschäftsmodell nachhaltig ist. Aber es existiert. Die Ausführungen des anonymen Autors beschreiben exakt das, was Newsnetz tut.</p>
<p>Wer das volle Ausmass der Selbstverleugnung erfassen möchte, sollte die ganze Antwort lesen:</p>
<p><a href="http://www.tagesanzeiger.ch/leben/dossier/leser-fragen/Warum-zaehlt-heute-Quote-mehr-als-Qualitaet/story/29591910"><strong>&#8220;Warum zählt heute Quote mehr als Qualität?&#8221;</strong></a> (tagesanzeiger.ch)</p>
<p><strong>Nachtrag, 13 Uhr:</strong> Eine Anfrage auf <a href="http://swissdox.ch/">swissdox.ch</a> ergibt, dass der Artikel erstmalig im &#8220;Tages-Anzeiger&#8221; vom 23. Juni 2010 erschienen ist. Autor ist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Schneider_%28Psychoanalytiker%29">Peter Schneider</a>. Danke an <a href="http://blog.ronniegrob.com/2010/06/25/newsnetz-schaut-in-den-spiegel/#comment-6422">Matthias</a>.</p>
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