Monatsarchiv für August 2007

 
 

Schnäppchen

Schnäppchen

IFA Berlin, erster Tag mit Publikumsbeteiligung, 11:30 Uhr.

Waiting for Easyjet-Flight 4636

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Die glänzendsten Stellen auf meiner Tastatur in absteigender Reihenfolge: Space-Taste halbrechts, e, i, h, s, a, r, u, t, n, c.

Laut herausgelacht über die Wendung “ins Knie ficken”.

Das Glück, mit gesenktem Kopf einen ansteigenden Weg hoch zu laufen. Und dann zwei fette rote Schnecken ohne Haus zu sehen, die hinter einander her kriechen.

Das Schweizer Steueramt, das mir einen Brief schickt, ich solle bitte meine Kontonummer angeben, damit sie mir einen Betrag auszahlen können. Ich, der ich dreimal (vor zwei Monaten, vor einer Woche, eben) anrufe und dreimal meine Bankverbindung telefonisch durchgebe. Das Schweizer Steueramt, das mir dreimal sagt, der Betrag werde sofort ausbezahlt.

Sandwich der Woche: “Asiatisches Sandwich”. Baguette mit gegrilltes Gemüse, süss-saurer Sauce und Hähnchenbrust. 9.20 CHF.

Der Gesichtsausdruck der Schausteller auf dem Rummelplatz, wenn sie im grellen Licht dasitzen und auf Kunden warten. Wenn mit dem Joystick ihre Herzraser- und Magendreher-Maschinen bedienen. Wenn sie von ihren gesicherten Kunden in den geschützten Bereich laufen. Die Eleganz des jungen Mannes, mit der er die Putschiautos parkt. Wie es wäre, in eine Schausteller-Familie hineingeboren zu werden.

“Bist aber braun geworden.” - “Ach was, ich hab nur den Töfffahrer-Auschnitt”.

Töff. Töfftöff.

“Ich bin der Teufel!” schrie er einmal sturzbetrunken im Bus. Nun wurde er von drei Polizisten in einer filmreifen Szene abgeführt. Grosse, schwere Schritte mit gesenktem Kopf und das ganze T-Shirt blutverschmiert. 130 Kilo in Wallung. Grosse, umwerfend grosse Szene. An völlig unerwarteter Stelle.

Liebe, Frieden und Messerstechereien.

“Den Vordersitz konnte man nicht mehr zurückklappen, so viel Bier hatten wir eingekauft. Und dort sass ich, den Kopf an die Frontscheibe gedrückt, als ich von Weitem die Polizei sah. Die uns dann, sehr überraschend, aktiv ignorierte.”

“Du kannst mich retten!”

Die Intelligenz und Eleganz von Transsexuellen. Selbst mit behaartem Rücken über den geblümten Jeans.

Die stotternden Easyjet-Angestellten am Gate und die wortwitzigen Easyjet-Angestellten in der Maschine.

“Angst. Angst ist wichtig. Ganz wichtig!”

“Hier sitzen die Dicken zum Einkaufen in ihren Rollstühlen.”

Das alte Bauernpaar um 10 Uhr abends sah aus wie verirrt.

“Schnauzä! … Sonst komm ich runtä…” (Ausruf eines Mannes aus dem Fenster an einem ansonsten ruhigen Sommerabend. In Berlin, wo denn sonst.)

König Einfalt, König Zwietracht. Dabei müsste es Königin heissen. “Dafür bin ich zu faul” sagte die Managerin.

Auftritt der vereinigten Haltungsschäden.

“Ihr habt ALLE KEINE AHNUNG! Ihr habt ALLE KEINE AHNUNG! ALLE KEINE AHNUNG!”

Kookkurenzen. Kleine Fluchten. Schtriem of Konschussness.

“Das ist keine Kirche, das ist ein Gotteshaus.”

Ich habe den Schlüssel im Wald verloren.

Ich bin Stulle und das ist Atze.

F.S., wie er mit dem Punk zu dessen Arbeitsplatz am Alexanderplatz fährt.

“Unbeaufsichtigtes Gepäck wird vernichtet” - “sera detruit” - “will be destroyed”.

Stille Post. Stille Nacht. Stille.

Wonnestunden mit Ergebnis

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tip, 07.08.2007

Füllt der “Spiegel” die Lücke?

Journalist 2007 08

Es geschah in einer Woche Ende Juni. Am Montag erschien das „Spiegel Extra Schweiz“. Am Donnerstag wurden das Nachrichtenmagazin „Facts“ und die Wirtschaftszeitung „Cash“ eingestellt. Neben der „WOZ“ ist nun die „Weltwoche“ das einzig verbleibende überregionale Nachrichtenmagazin im Land, das sich Gesellschaft und Politik widmet.

journalist: Wieso sind „Facts“ und „Cash“ von der Bildfläche verschwunden?

Colin Porlezza: Als „Facts“ und „Cash“ auf den Markt kamen, waren sie Erfolgsmodelle, weil sie eine Marktlücke besetzten. Doch inzwischen sind sie für den Schweizer Markt nicht mehr fit. Facts“ konnte mit seinem Anspruch, ein Nachrichtenmagazin wie der „Spiegel“ zu sein, nicht reüssieren. „Cash“ wurde das zurückgegangene Interesse an Wirtschaftspublikationen zum Verhängnis.


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Haudrauf

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Heute Morgen, kurz nach 8:30 Uhr, verliess ich das Haus, um am nahegelegenen Automat, ein kleiner Raum, der mit “Sparkasse” angeschrieben ist, “Geld zu ziehen”, wie man hier so sagt. Es war ein sonniger Morgen. Hätte es Vögel gehabt in meiner Strasse zu dieser Zeit - sie hätten bestimmt gezwitschert. Nun erblickte ich einen Mann, der auf der anderen Strassenseite eben die Klingel eines Wohnhauses gedrückt hatte, und, sich rückwärts davon wegbewegend, laut “Ich will jetzt mein Geld!” rief. Es handelte sich dabei um einen stattlich-korpulenten Handwerker mit kurzen, dunklen Haaren.

Es erschien eine Frau im Eingang, die sich an den Kopf tippte und ihn fragte, warum er denn auf der Strasse rumschreie. Ich zog mein Geld. Als ich wieder zurückkehrte, stand der Mann bei seinem Auto und diskutierte laut mit einem anderen Mann. Dieser war etwas grösser und dürrer, auch er sah aus wie ein Handwerker. Beide hatten nur Augen füreinander, weitgeöffnete, redeten sehr laut und unterstrichen ihre Worte mit allerlei abgehackten Gesten. In die Luft stechende Finger und federnde Absätze zum Beispiel. Es trennte sie nur die geöffnete Wagentüre, hinter der sich der Besucher versteckt hatte. Ein Angriff mit Rückzugsmanöver.

Ich war schon einige Meter an ihnen vorbei, als mich ein Geräusch umdrehen liess. Die beiden waren sich noch näher gekommen und rangen nun miteinander auf dem Gehsteig, verkeilt ineinander. Wir drei waren ganz alleine auf der Strasse. Ich mich entfernend und mich immer wieder umdrehend. Die beiden bald 50jährigen, im stillen Kampf miteinander. Das letzte Bild, bevor ich guter Laune um die Ecke bog und dort in gleichgültige Gesichter mit Alltagssorgen blickte, war der nackte Oberkörper des Feisten, dem vom Dürren das T-Shirt über den Kopf gezogen wurde. Als ich ins Auto stieg und losfuhr, überholte mich ein Polizeiwagen mit Blaulicht und Sirene. Ich machte Platz.

Feuer-Licht-Raketen

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“Piong, piong, piong!”, “Feuer-Licht-Raketen!”, “Der Planet Erde ist zerstört!”, “Raketen!”, “Bomben!”, “Bomben!” “Bom-bom-bom!”, “Rakete!”, “Waffe!”

“Laura!”

“Ja, wir kommen!”

F’hainer Hinterhof, ebengrade. Jetzt is Ruhe.