Die Bibliothek von Slavoj Žižek: „the kind of ideal zwangsneurotische constellation“

„Ich denke“, sagt Žižek, „dass es schädlich ist, wenn man zu stark in Gruppen eingebunden ist. Die direkte Konfrontation mit der Kritik anderer ist das Ende jeder Theorie. Ich glaube, dass es auf eine gewisse Art notwendig ist, diese verzweifelte Geste zu machen und zu sagen: Es ist mir egal, ich isoliere mich, es kümmert mich nicht, was andere Leute über mich denken. Denn wird eine Theorie, die man gerade entwickelt, zu früh mit möglichen Einwänden konfrontiert, kann es passieren, dass sie schon im Ansatz abgetrieben wird. Und hier zumindest bin ich gegen Abtreibung.“

„Slavoj Žižek – Liebe dein Symptom wie Dich selbst!“ Dokumentarfilm von Claudia Willke von 1998, Ausschnitt aus Teil 5, ab 0:55 Minuten. Wer nur wenig Zeit hat, sollte sich wenigstens diesen letzten Teil ansehen. Dort lässt Žižek das dokumentierende Team dann doch noch in seine Bibliothek eintreten und erzählt dabei (ab 3:00 Minuten), wie er seiner Frau nachweisen konnte, dass und wie genau sie seine Bücher angefasst hat.

Grossartig ist die leidenschaftliche Dringlichkeit, mit der Žižek seine Reden ausführt. Es sollten mehr Menschen schwitzen, wenn sie formulieren.

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Journalismus im Hause Ringier

Im Ringier „Code of Conduct“ (pdf, 71 kb), einer Richtlinie, die „für die Ringier-Mitarbeitenden aller Länder verbindlich“ ist, steht auf Seite 10:

Screenshot ringier.ch 1
Bild: Screenshot ringier.ch

So weit, so schön. Nun kommen wir zur Titelgeschichte vom 30. Juni 2009 der Ringier-Boulevardzeitung Blick:
Screenshot blick.ch
Bild: Screenshot blick.ch

Wie 20min.ch mit einem Blick auf die Website des Arbeitgebers festgestellt hat, handelt es sich bei der Person nicht um eine Person des öffentlichen Lebens:

Die junge Frau arbeitet als Sekretärin auf der Sozialbehörde einer Gemeinde. «Darf eine Schweizer Amtsperson sich so im Internet zeigen?», titelte die Zeitung am Dienstag und schrieb der jungen Frau fälschlicherweise die Funktion einer Amtsleiterin zu — obwohl ein Blick auf die Website genügt hätte.

Zudem stellt sich die Gegenfrage: „Darf sich eine ‚Blick‘-Autorin so zeigen?„.