Archiv der Kategorie: Gesellschaft

Berliner, beteiligt Euch am Volksentscheid zum Tempelhofer Feld!

Liebe Berliner, geht doch bitte morgen abstimmen für den Erhalt des Tempelhofer Felds.

Ich würde das ja gerne auch machen, aber ich bin Ausländer und behalte dann doch lieber meine (viel umfangreicheren) direktdemokratischen Rechte in der Schweiz („über das Tempelhofer Feld dürfen nur Deutsche entscheiden“).

Denn aktuell ist das Feld eine mehrheitlich nicht kommerziell genutzte, herrliche Einöde, in der sich alle Bewohner der Stadt wunderbar erholen können – eine beispiellose Freifläche inmitten der Stadt, gegen die selbst der New Yorker Central Park abstinkt (Fläche Tempelhofer Park: 355 Hektar, Fläche Central Park: 349 Hektar). Diese Freifläche soll jetzt an den Rändern etwas zugebaut werden, zum Beispiel mit Gewerbegebiet (aktuell in Berlin freistehende Büroflächen: 1 600 000 Quadratmeter). Kosten soll das den Steuerzahler insgesamt 620 000 000 Euro, die Berlin bekanntlich gar nicht hat.

Ich bin ja weder konservativ noch wirtschaftsfeindlich, aber in diesem Fall geht es darum, dass eine Bebauung einfach völlig unsinnig wäre. Der Status Quo macht alle glücklich, es wäre idiotisch, daran etwas zu ändern. Und wird das Projekt tatsächlich gebaut, könnte es gut sein, dass irgendwann das Geld ausgeht, denn die Finanzlage von Berlin ist äusserst prekär – weshalb man mit dem zur Verfügung stehenden Geld besser sinnvolle Projekte anpackt.

Geht auch dann zur Abstimmung, falls ihr für eine Bebauung des Felds seid – denn die Direkte Demokratie kann ja nur eine Zukunft haben, wenn sie nicht ignoriert wird. Für die Befürworter der Initiative zählt jede Stimme, denn „ein Viertel der Wahlbereichtigten muss dem Gesetz zustimmen, damit es in Kraft tritt (Quorum). Das sind rund 633.000 benötigte JA-Stimmen“. Informieren dazu kann man sich zum Beispiel im Internet (und nicht in Medien wie „Bild“, die ihre Leser offenbar am Liebsten im Zustand der Verwirrung und des Nicht-Verstehens haben).

Hilfe, wie komme ich hier wieder raus?

Im Zeitalter der Transparenz kann man sich auf diskrete Kommunikation nicht verlassen, irgendwann kommt alles an die Öffentlichkeit. Besonders Fehlleistungen wirken im Netz lange nach, doch ist das kein Grund, um zu verzweifeln. Ein Ratgeber für Internetnutzer.
Hilfe, wie komme ich hier wieder raus? weiterlesen

Roni und sein Volg-Beutel

Das Video steht schon ein paar Monate online, aber mich freuen die seltenen Augenblicke, in denen mich Kreatives aus Zürich erreicht, jedes Mal sehr, weshalb ich die absolute Wahrheit über „de Roni“ unbedingt hier teilen möchte. Roni kommt aus der Provinz, hat einen riesigen Schwanz, und ist sozusagen über Nacht zum Hipster geworden:

Das siebenminütige Werk nennt sich „an animated mockumentary about Roni, his bike and his big city life“. Siehe dazu auch das Interview von Linus Schöpfer mit Andrea Schneider, der vor wenigen Monaten erst nach Zürich gezogenen Macherin des kurzen Films. Über die Hipster sagt sie:

Wie der Roni kommen viele vom Land und möchten das gerne verbergen. Sie versuchen das, indem sie sich übermässig anpassen und noch stärker als die Städter den Trends nachjagen. Dabei müssen sie sehr vorsichtig vorgehen: Sie wollen individuell wirken, aber nicht derart eigenartig, dass sie wieder zu Aussenseitern werden. Sehr schwierig!

Bei den alpenländischen Stämmen

Ein ethnologischer Streifzug durch Oberösterreich aus einer mal ganz anderen Perspektive:

Auch wenn „Das Fest Des Huhnes“ des Regisseurs Walter Wippersberg von 1992 (YouTube, IMDB) in Szene gesetzt ist, schafft es das Werk nicht nur, die Arbeit europäischer Dokumentarfilmer in fremden Kontinenten zu parodieren, sondern auch, tatsächliche Einsichten über die Kultur der Alpenländer zu transportieren. Lustig ist der Film natürlich auch.

(via @sixtus)