Ich beginne zu glauben, dass die Linke denkt, dass sie nichts mit der Krise zu tun hat

Ok, der Titel braucht vielleicht eine Erklärung.

Am Anfang steht ein Satz von Charles Moore, zitiert von Constantin Seibt, mehr hier: “Ich fange an zu denken, dass die Linke vielleicht doch Recht hat.” Das nahm auch Frank Schirrmacher auf (“Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat”), gekontert von Clemens Wergin (“Hatte die Linke doch Recht?”). Und dann schrieb Michalis Pantelouris am Sonntag: “Ich beginne zu glauben, dass die Rechte tatsächlich langsam lernt, dass die Linke recht hatte.”

Also wie jetzt, wir stehen am Rande einer Krise und diskutieren darüber, dass nun auch die Rechten einsehen, dass in Wahrheit die Linke recht hat?

Kein Geld mehr

Keine Frage, der Kapitalismus hat seine Schattenseiten, das kann und soll immer wieder beleuchtet und diskutiert werden. Tatsächlich wird das in den Medien Tag für Tag gemacht. Welchen öffentlich-rechtlichen Sender man auch einschaltet, irgendwo beutet immer ein bösartiger Unternehmer seine Mitarbeiter aus – wenn nicht im “Tatort”, dann in einem der Polit- und Gesellschaftsmagazine. Offenbar kann sowas auch ein komplett durchregulierter Staat wie Deutschland, der solche Missstände mit einer Unzahl von Gesetzen zu unterbinden versucht, nicht verhindern. Mein Mitgefühl gilt allen, die dazu gezwungen sind, unter unwürdigen Bedingungen zu arbeiten.


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Ein Staat, den wir uns nicht leisten können

Über 150 Tweets weisen derzeit auf den Artikel “Der rechte Abschied von der Politik” von Constantin Seibt hin, mehrheitlich zustimmend.

Screenshot Rivva

Ich gehe einig mit der Unfähigkeit der meisten Politiker, vernünftige Regulierungen zu verfassen, mit der Unfähigkeit der meisten Köpfe, Orientierung zu geben und mit dem Ärger über die mit Optimierern ausgestatten natürlichen und juristischen Personen, die es sich leisten können, kaum oder gar keine Steuern zu zahlen.

Ich möchte aber einige Punkte hinterfragen, so sehr ich Seibt als einen der besten Schreiber der Schweiz schätze:


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5 Jahre «6 vor 9»

Am 2. August 2006 erschien die erste Ausgabe von “6 vor 9″, damals auf medienlese.com. Inzwischen wurden weit über 1000 Ausgaben mit je 6 Links publiziert, meistens vor 9 Uhr morgens, das Format erfreut sich auf bildblog.de einer zufriedenstellenden Aufmerksamkeit.

Voodookuchen

Danken möchte ich …

… allen Lesern, Fehlermeldern und Tippgebern (auch denen, die Vorschläge in eigener Sache liefern ;-)

… allen, die mich bisher bei dieser Tätigkeit vertreten haben, also Christina Schmid, Florian Steglich, Peter Hogenkamp, Peter Sennhauser, Ole Reißmann, Moritz Adler, Lukas Heinser, Stefan Niggemeier, Torsten Kleinz und Stefan Sichermann (habe ich jemanden vergessen?).

… allen Spendern, die das Format 2009, als es von der Einstellung bedroht war, mit 2000 Euro in drei Tagen gerettet haben.

… allen, die für medienlese.com oder bildblog.de erfolgreich Werbung verkauft haben und allen, die diese Werbung geschaltet und bezahlt haben. Wer aktuell werben möchte, kann das hier tun.

… allen finanziellen Unterstützern, sei es nun per Flattr oder Paypal.

… im Besonderen natürlich Peter Hogenkamp und Stefan Niggemeier, die diese Rubrik überhaupt ermöglicht haben und ermöglichen.

Dazu ist erschienen:

“Bildblog-Links: fünf Jahre 6vor9″ (meedia.de, Marc Reichwein)
“Fünf Jahre 6 vor 9″ (journalist.de, Svenja Siegert)
«6 vor 9» feiert fünfjähriges Jubiläum (blog.blogwerk.com, Martin Weigert)
“Urgroßmutter, Beuys, Jonglierkünste” (evangelisch.de, Matthias Dell)

Bild: Hypnotischer Kuchen, Flickr/probesz, CC BY-SA-Lizenz

Ein Manifest auf dem Silbertablett

Der Terrorist, der in Norwegen am Freitagnachmittag fast 100 Menschen umgebracht hat, füttert die Medien in eigener Sache. Die Journalisten verhalten sich genau so, wie er sich das vorgestellt hat.

Bild am SonntagDer Anschläge in Norwegen vom letzten Freitag haben fast 100 Opfer gefordert. Es ist nicht die Tat eines verwirrten Amokläufers, sondern eine kaltblütige, genau geplante Exekution. Gemordet hat einer, für den die Leben seiner Opfer und ihrer Angehörigen keine Relevanz haben, dem es einzig und allein um die Auswirkungen seiner auf maximalem Narzissmus und Fanatismus gegründeten Tat geht.

Es bleibt, alle, die politische Ziele haben, an das Vorgehen in einer Demokratie zu erinnern: Man bringt nicht den um, der eine andere Meinung hat, sondern man diskutiert mit dem politischen Gegner – das Volk entscheidet dann, welchem Kandidaten, welcher Seite einer Abstimmungsvorlage sie ihre Stimme geben möchte.

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Was für den “Schweizer Journalist” sehr kalt ist

In der Zeitschrift “Schweizer Journalist” gibt es jeweils auf Seite 7 ein Thermometer namens “Thermomedia” mit den Kategorien “Heiss”, “Warm”, “Kalt” und “Sehr kalt”.

“Sehr kalt” war in der Ausgabe #4/5 das:

Ausriss "Schweizer Journalist"

Und “sehr kalt” war in der Ausgabe #6/7 das:

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